Nobler Platz auf der Höhe

TRIER. Nach sechs Jahren geht der Traum des Tarforster SV in Erfüllung: Die Stadtrat hat den Bau eines noblen Kunstrasenplatzes in dem Höhenstadtteil beschlossen (TV vom Samstag). Stimmt die ADD der Sportstätte zu, sollen die Arbeiten beginnen.

Seltener Zwischenruf in der Stadtratssitzung: "Ich danke dem Rat! Endlich kommt unser neuer Sportplatz!" Kurzerhand hatte sich Marcellus Gehlen, Ortsvorsteher von Tarforst, an das Mikrofon von UBM-Stadtratsmitglied Richard Ernser gedrängelt um seine Begeisterung kundzutun. Kurz davor hatte der Stadtrat - trotz des "Neins" der Grünen-Fraktion - den Bau eines Kunstrasenplatzes im neuen Tarforster Wohngebiet beschlossen - acht Jahre, nachdem der Tarforster Gemeinderat die neue Anlage beantragt hatte. Überrascht war der Rat über die hohen Kosten: War bisher stets die Rede von rund 600 000 Euro Baukosten, listet die Vorlage mehr als 1,435 Millionen Euro auf. "Dieser Kostenexplosion können wir nicht zustimmen", argumentierte Uschi Britz für die Grünen. Solche Großprojekte mit ihren Folgekosten verhinderten immer wieder andere wichtige Projekte. Thomas Egger von der FDP begrüßte zwar den Bau, bezweifelte aber die Vorlage, in der steht, dass bei sich verzögernden Landeszuschüssen Geld aus dem Entwicklungsprogramm Tarforster Höhe genommen werde: "Das fehlt dann doch an anderer Stelle - zum Beispiel für den Schulneubau." Sportdezernent Georg Bernarding klärte über die Kostenexplosion auf: Umfangreiche Standortuntersuchungen, Erschließungskosten und notwendige "Infrastrukturmaßnahmen" wie Umkleiden, Parkflächen, Lärmschutzgutachten und -wall hätten sich zu dem hohen Betrag summiert. "Aber dafür bekommen wir auch einen Platz, der so intensiv von Kindern und Jugendlichen genutzt werden wird, dass die Maßnahme mit dem Südbad verglichen werden kann." Immerhin trainieren beim Tarforster SV 13 Jugend- und fünf Seniorenfußballmannschaften. Doppel- und Dreifachbelegung des alten Hartplatzes am Sportzentrum gehören zum Trainingsalltag. Auch die CDU sprach sich für den Kunstrasenplatz aus, selbst wenn ein Hartplatz wesentlich günstiger gewesen wäre. Der Kunstrasen wird auf einer 3,5 Zentimeter hohen Elastiktragschicht aus Gummigranulat und Quarzsand hergestellt. Darunter liegen 25 Zentimeter Schotter und eine Drainage. Vorteil: Der Platz bleibt auch in Frost- und Regenperioden bespielbar. Eine Beregnungsanlage soll die Haltbarkeit der Anlage sichern und Verbrennungsverletzungen und Staubentwicklung reduzieren. Damit auch in den Abendstunden trainiert werden kann, wird eine entsprechende Beleuchtung installiert. Der Platz, der gegenüber der alten Sportstätte auf der anderen Seite der Kohlenstraße gebaut wird, soll mit einem zwei Meter hohen Zaun eingefriedet werden. Zwei Garagen sollen Platz bieten für Technik und Gerät.