Noch ein Sanierungsfall

Seine Lebensdauer ist auf 15 Jahre angelegt, jetzt ist es schon 28 Jahre alt: das Dach der Eislaufhalle in Trier-Euren. Untersuchungen haben ergeben, dass es undicht und umfassend geschädigt ist. Eine kurzfristige Schließung ist nicht ausgeschlossen, sagte Sportdezernent Georg Bernarding in der jüngsten Sitzung des Dezernatsausschusses.

Trier-Euren. Trotz marodem Eislaufhallen-Dach: Akut gefährdet sei die kommende Eislaufsaison nicht, teilte Georg Bernarding den Mitgliedern seines Ausschusses in dessen jüngster Sitzung mit. Allerdings "kann es passieren, dass die Anlage geschlossen wird", erklärte der Sportdezernent. Der Grund: Das Dach der 1979 gebauten Halle weist Undichtigkeiten und umfassende Schäden auf. Bernarding erläuterte mehrere Alternativen zur Lösung des Sanierungsproblems. Abriss und Neubau zu teuer

Klar stellte er dabei, dass der Abriss der Halle und ein Neubau an gleicher Stelle nicht zur Diskussion stünde. Diese Alternative sei bereits vom Stadtvorstand einstimmig abgelehnt worden. Denn ein Neubau würde fünf Millionen Euro kosten. "Die haben wir nicht!", kommentierte Bernarding.Realistisch ist die Sanierung des Dachs. Und zwar entweder mit Trapezflächen, um Energie zu sparen und eine gewisse Kältedämmung zu erreichen. Diese Variante (Kosten: 1,5 Millionen Euro) hätte den Nachteil, dass das Dach nur begrenzt belastbar ist und Probleme bei der Luftzirkulation und dem Lichteinfall mit sich bringt, erklärte der Sportdezernent. Alternativ könnte mit der Sanierung der Dachholzbinder innerhalb von spätestens fünf Jahren das Zeltdach neu angelegt werden - dafür müssten ebenfalls 1,5 Millionen Euro investiert werden. Um die Maßnahme zu realisieren, soll sie für den Mittelfristigen Investitionsplan (MIP) angemeldet werden."Es kann nicht viel passieren, weil die Dachplane keine großen Schäden anrichten kann", versicherte Bernarding ausdrücklich. Durch aufgerissene Nähte bietet das Foliendach eine Angriffsfläche für Wind. Daher wurde ein mobiler Windmesser an der Eislaufhalle installiert. Ab Windstärke acht soll die Halle geschlossen werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Eislauffläche als offene Anlage zu nutzen, scheidet aus Kostengründen aus: Durch Regen würde das Eis schmelzen. Um es wieder herzustellen, wäre ein enormer Energieaufwand nötig.Dass das Dach der Halle marode ist, fiel auf bei einer Untersuchung aller Trierer Sporthallen. Diese hatte die Stadt nach einem Unglück in Bad Reichenhall im vergangenen Winter angeordnet. Bei dem Unglück war das Dach einer Eislaufhalle unter tonnenschwerem Schnee zusammengebrochen. 15 Menschen starben.