Noch eine Treppe für das Trierer Moselufer

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadtentwicklung : Noch eine Treppe für das Trierer Moselufer

Die neuen Stufen am Moselufer Zurlauben werden gut angenommen. Knapp einen Kilometer flussabwärts wird bald eine weitere Treppenanlage locken. Sie ist ein wesentliches Element eines Großprojekts, das vor dem Abschluss steht.

Als der ehemalige Oberbürgermeister Klaus Jensen „Stadt am Fluss“ für Trier zu einer Zielvorstellung machte, war klar, dass dies nur Stück für Stück realisiert werden kann. Schon vor sechs Jahren entstand die Idee, das Moselufer in Trier-Nord ökologisch aufzuwerten und zu einem attraktiven Naherholungsort zu machen. Nun ist der 600 Meter lange Uferabschnitt zwischen dem Studierendenwohnheim Cusanushaus und dem Freibad Trier-Nord fast fertig.

„Wir müssen im September nur noch Restarbeiten erledigen“, sagt Alfred Weinandy. Er ist als Referatsleiter bei der Wasserbehörde SGD Nord verantwortlich für die Umsetzung des Projekts. Bauherr ist die Stadt Trier, die einen Anteil von 200 000 Euro an dem 2,25 Millionen-Projekt tragen muss. 1,67 Millionen Euro bezahlt das Land aus dem Förderprogramm Blau Plus. 385 000 Euro trägt der Landesbetrieb Mobilität, der damit Ausgleichsverpflichtungen aus Straßenbaumaßnahmen erfüllt. Denn wesentliches Element des Projekts ist der neu geschaffene Seitenarm der Mosel (siehe Info), für den 35 000 Kubikmeter Erde ausgegraben werden mussten. Der Bau der 250 Meter langen Flutmulde nimmt mit 1,7 Millionen Euro den Löwenanteil der Kosten ein.

Ökologisch aufgewertet: Das Trierer Moselufer

Für Planung und Bauüberwachung verantwortlich ist das auf Umweltplanung und Landschaftsarchitektur spezialisierte Büro BGHplan. „Wir haben auf einer Länge von etwa 600 Metern die Uferbefestigung erneuert und abgeflacht“, erläutert Landschaftsplaner Christoph Heckel. „Durch die Mulde entstehen wechselfeuchte Bereiche, in denen wir eine höhere Diversität von Fauna und Flora erreichen.“ Insgesamt seien 57 000 Kubikmeter oder mehr als 15 000 LKW-Ladungen Erde bewegt worden. „Die ökologische Gewässergüte ist in einer Skala von 1 bis 6 um zwei Stufen verbessert worden.“

Enorme Erdbewegungen sind für die Aufwertung des Moselufers notwendig. Ergebnis ist ein flacher Uferbereich, der für Besucher einladend sein soll. Foto: Rainer Neubert

Dass Teile des Ufers grenzwertig mit PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) verunreinigt waren, die der Fluss von der Schwerindustrie in Lothringen und aus dem Saarland auch nach Trier transportiert hat, verhindert wirklich gute Werte. „Wir haben an den Ufern von Saar und Mosel überall diese Schadstoffablagerungen“, sagen Heckel und Weinandy übereinstimmend. In dem neu gestalteten Abschnitt wurde die belastete Erde hinter dem Ufer in tiefere Schichten eingebaut und abgedeckt, wo sie keinen Schaden anrichten kann.

Foto: Rainer Neubert

Durch die Erdverschiebungen gestaltet wurde nun ein flacher, terrassierter Uferbereich mit drei neuen Wegen zum Wasser, Sitzsteinen und das, was Christoph Heckel als „Höhepunkt der Neugestaltung“ bezeichnet: In der Verlängerung von Paulinkirche und Zeughausstraße lockt bald eine 60 Meter lange Freitreppe. Nördlich davon könnte die Idee von einer zusätzlichen Liegewiese für das Nordbad Wirklichkeit werden. Und daneben liegen Lehrrohre im Boden, die Versorgungsleitungen für einen bewirtschafteten Mosel-Strand aufnehmen können.

Foto: Rainer Neubert

Begeistert von dem Projekt ist auch Triers Baudezernent Andreas Ludwig: „Das Moselufer hat schon jetzt sehr von der Neugestaltung des Zurlaubener Ufers profitiert und wird noch viel mehr durch dieses Projekt gewinnen. Schon jetzt ist sichtbar, dass die Mosel dort ein Stück ihres Charmes zurückgewinnt, den sie vor der Kanalisierung hatte.“ Neben der verbesserten Aufenthaltsqualität für die Menschen werde auch die Natur profitieren. „Wie gut Pflanzen und Tiere das annehmen, wird zwar erst die Zukunft zeigen. Erfahrungen an anderen Bereichen, zum Beispiel bei Monaise, stimmen mich aber sehr zuversichtlich.“

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