Meinung : Nun ist der Investor gefragt

Wieder einmal ist in Trier ein denkmalgeschütztes Gebäude so lange sich selbst überlassen worden, bis es nicht mehr zu retten sein wird. Der Stadt dafür die Schuld zu geben, wäre unredlich. Denn nur wenn sie selbst Anfang der 90er Jahre das Gelände gekauft hätte, wäre es vermutlich nicht soweit gekommen.

Ist ein Gebäude in Privatbesitz, kann die Verwaltung nur agieren, wenn Gefahr im Verzug ist. Um das festzustellen, war aber ein Gutachten wie das nun vorliegende notwendig. Das war von den Vorbesitzern in den vergangenen mehr als 30 Jahre zwar mehrfach versprochen, aber niemals in Auftrag gegeben worden. Mehr Nachdruck hätte in dieser Zeit sicher geholfen. Aber ein solches Versäumnis lässt sich dem aktuellen Stadtvorstand nicht vorwerfen.

Was der neue Eigentümer des einstigen Bahngeländes bislang geleistet hat, lässt zumindest hoffen, dass die Zeiten der Brache und des Konflikts über die Entwicklung dieses für Trier-West und die ganze Stadt wichtigen Entwicklungsgebiets vorbei sind. Begrenzte Kontrollmöglichkeiten haben die Bauaufsicht und die Denkmalpflege.

Letztlich werden aber vor allem Antoine Feidt und seine Partner entscheiden, was von dem größten Industriedenkmal übrig bleibt. Sie müssen nun den Masterplan zur Entwicklung des Geländes erarbeiten, der auf einem bereits genehmigten Bebauungsplan basiert. Alle notwendigen Daten dafür liegen vor. Die riesige Halle ist der Schlüssel, auch wenn möglicherweise nur einige Wände von ihr übrig bleiben.

r.neubert@volksfreund.de