Nun ist sie doch gefallen

KORDEL. Alles Hoffen hat nichts genützt. Die knapp 100 Jahre alte Linde vor dem Bürgerhaus Butzweiler fiel nun doch der Kettensäge zum Opfer.

Noch vor einem guten Jahr war man in Butzweiler recht optimistisch. Mit einem Luxemburger Spezialkran waren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Butzweiler der alten Dorflinde vor dem Bürgerhaus zu Leibe gerückt (der TV berichtete). Mit einem radikalen Rückschnitt hoffte man, der Linde wieder neues Leben einzuhauchen. Die war 1907 als eine von mehreren Artgenossen zur Verschönerung des Geländes vor dem Gebäude gepflanzt worden. Doch der Baum litt in den vergangenen Jahren kräftig. Der Bau der danebenliegenden Straßen und der Umbau des Bürgerhauses waren für die Wurzeln der Linde nicht gerade förderlich. Hinzu kam das in der Vergangenheit kräftig eingesetzte Streusalz. Der Baum kränkelte und bot ein leichtes Ziel für Fäulnis und Fauna. Ortsbürgermeister Matthias Mohn und Ortsvorsteher Nikolaus Lieser blieb nun keine andere Wahl. Der Baum wurde im Innern so morsch, dass er eine erhebliche Gefahr darstellte. "Den nächsten kräftigen Sturm hätte er wahrscheinlich nicht überlebt. Nicht auszudenken, was passieren kann, wenn er dann umfällt", sagt Nikolaus Lieser. An einem nebligen Morgen nahm sich dann ein Unternehmen von der Kordeler Hochmark der Linde an. Eine kurze Sicherung, drei kräftige Schnitte mit der mächtigen Kettensäge, und schon lag die Linde danieder. Traurig, aber nötig, und Ersatz ist auch schon da. Gleich nebenan pflanzte der Butzweiler Kegelsportverein eine neue, natürlich noch viel kleinere Linde. Das Geld kam aus dem Topf des alljährlichen Gemeindekegelns. Dabei treffen sich rund 20 Mannschaften aller Vereine der Großgemeinde und kegeln kräftig um die Wette. Regelmäßig geht dann der Erlös einem gemeinnützigen Zweck zu. "Dieses Jahr stecken wir das Geld in die neue Linde, wenn noch etwas fehlt, stockt der Kegelsportverein das auf", verspricht Johann Lieser vom Kegelverein.