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Nun können sie an ihren Träumen arbeiten

Nun können sie an ihren Träumen arbeiten

Deutschland ist für 14 Menschen nun kein so fremdes Land mehr: Denn sie können sich nun verständigen. Die Sprache haben die Männer und Frauen, die aus der ganzen Welt kommen, in einem Kurs für Migranten gelernt. Außerdem haben sie Berufspraktika absolviert. Damit sind sie den ersten Schritt gegangen, um auch eine Arbeit zu finden.

Trier. Kenia, Nigeria, Syrien, Polen, USA: Die Menschen, die im Bürgerhaus Trier-Nord zusammenkommen, stammen aus aller Herren Länder. Und dort haben sie unterschiedliche Berufe gelernt, Diplom-Ingenieur, Krankenpfleger, Polizistin, Lehrerin. So verschieden Herkunft und Beruf sind, alle der 14 Männer und Frauen haben etwas gemeinsam: Sie sind quasi wieder zur Schule gegangen, haben in einem sechsmonatigen Kurs an der Volkshochschule (VHS) gelernt. Auf dem Stundenplan standen berufsbezogener Deutsch-Unterricht, Fachunterricht, Bewerbungstraining und Praktika in Betrieben und Krankenhäusern. 14 der 24 Teilnehmer haben ihre Abschlussprüfung bestanden. Die Zertifikate, die sie erhalten haben, belegen das. Eine der Absolventinnen ist Beate Barzowski aus Polen. "Mein Vater ist Deutscher, aber ich habe die Sprache nie gelernt." 2012 ist sie nach Deutschland gekommen. "In Polen habe ich 15 Jahre als Polizistin gearbeitet", sagt sie. Aber in Trier möchte die 39-Jährige gerne wieder in ihren erlernten Beruf zurück. Deshalb hat sie sich zu dem Kurs angemeldet. "Nun kann ich viel besser einen guten Beruf für mich suchen.""Hier ist meine Heimat."


Das war auch Ziel für Elizabeth Hoffmann. "Jetzt mache ich eine Ausbildung, das war mein Traum", sagt sie. Die 43-Jährige stammt aus Kenia, lebt seit 15 Jahren in Deutschland, war verheiratet. Einen Beruf hat sie aber nicht erlernt. Um sich diesen Traum zu erfüllen, hat sie den Kurs absolviert. "Ich will mich um alte Menschen kümmern", erklärt sie. Altenpflegerin ist ihr Traumberuf. Ihr Deutsch hat sie nun perfektioniert. Denn sie möchte in Deutschland bleiben. "Hier ist jetzt meine Heimat. Hier fühle ich mich wohl."
Auch Raphael Hood aus den USA hat das Ziel, eine Arbeit in seiner neuen Heimat zu finden. Er möchte als Software-Entwickler Fuß in Trier fassen. Schwierigkeiten, sich in einem fremden Land zurechtzufinden, habe er nicht gehabt. "Nur die Anerkennung meiner Qualifikationen war etwas schwierig", sagt er. Im Kurs an der VHS habe er viel gelernt, sagt er. Nur die Dauer von sechs Monaten sei etwas lang gewesen.Extra

Der Lehrgang zur berufsbezogenen Weiterqualifizierung schließt eine Lücke zwischen Integrationskurs und beruflicher Eingliederung. Die Volkshochschule (VHS) arbeitet dabei mit Handwerkskammer und Dekra zusammen. Es war der zehnte Kurs dieser Art. Bis Ende 2017 ist die VHS vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für dieses Format zugelassen. Weitere Informationen: www.vhs-trier.de cofi