Nur Augen für das Federvieh

Hühner, Tauben, Gänse und Enten: Mehr als 1000 Tiere gibt es am Wochenende bei der Jahrhundert-Geflügelausstellung in der Messehalle in Trier zu sehen. Veranstalter ist der Geflügelzuchtverein Trier, der zudem seinen 100. Geburtstag feiert.

Trier. Die Figur, die Federn, der Kamm - das alles fließt in die Bewertung der Hühner mit ein, die bei der Jahrhundert-Geflügelausstellung von den Preisrichtern begutachtet werden. "Und die Augenfarbe ist sehr wichtig", erklärt Wilhelm Naumes.
Naumes weiß, wovon er spricht: Der 66-Jährige aus Waldrach ist seit zwölf Jahren Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins Trier und hat sich ganz schön ins Zeug gelegt, damit die Großschau dieses Jahr über die Bühne gehen kann. Um das Geld für die Miete der Messehalle zusammenzukriegen, startete er eigens eine Spendenaktion.
Besonders stolz ist Naumes, dass mehr als 1000 Tiere dabei sind: 1050 sind angemeldet, bis zu 120 Rassen vertreten, und rund 120 Aussteller dabei. "Früher hat es immer nur Großschauen mit gerade mal 600 Tieren gegeben", sagt er und ist überzeugt: "Sowas Großes wird\'s nie mehr in Trier geben."
Damit die Tiere aber auch einen Preis - etwa einen Pokal, ein Ehrenband oder gar die Bundesmedaille - abräumen, müssen sie bestens vorbereitet werden. "Die japanischen Seidenhühner beispielsweise werden gewaschen und sogar gefönt", erzählt Naumes.
Wer in der Hühnerzucht Rang und Namen hat, trifft sich dort dieses Wochenende bei der 55. Mosellandgeflügelaussellung, der Bezirksverbandschau von Rhein-Mosel-Nahe-Hunsrück und der Bezirksverbands-Jugendschau sowie der Saarlandschau und Saarlandjugendschau. Alle diese Schauen sind unter einem Dach vereint: in der Messehalle in Trier. Laut Naumes sind Geflügelzüchter aus den Kreisen Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich, dem Bezirksverband Rhein-Mosel-Nahe-Hunsrück und aus dem Saarland dabei.
Mit dem Aufbau in der Messehalle ist der Verein, der außerdem dieses Jahr seinen 100. Geburtstag (siehe Extra) feiert, bereits seit vergangenem Samstag beschäftigt. Die Tiere sind am Mittwoch dort in ihre Käfige gebracht worden und wurden bereits am Donnerstag von den Richtern bewertet. Heute kommen die Mitglieder des Vereins für ihre 100-Jahr-Feier zusammen. Gäste können am Samstag und Sonntag die Ausstellung besuchen. Sie können dort dann auch Tiere kaufen.
Oder aber die Hühner kommen nach der Ausstellung "wieder heim und in die Zucht", sagt Naumes. Er selbst hat zuhause zehn verschiedene Hühnerrassen auf seinem Hof. Über 40 Jahre schon ist Naumes in der Hühnerzucht tätig. "Meine Familie hat Hühner gehabt, als ich noch ein Kind war. Das hat mich einfach immer schon fasziniert", erzählt er.
Die Geflügelausstellung in der Messeparkhalle Trier hat am Samstag, 17. November, von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag, von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
Extra

15 Menschen haben am 25. November 1912 in Trier den "Geflügelzuchtverein Trier und Umgegend" gegründet, der später in "Geflügelzuchtverein Trier und Umgebung von 1912" umbenannt wurde. Im Jahr 1982 fand die erste Eintragung ins Vereinsregister statt. Schauen mit bis zu 600 Tieren gab es unter anderem in den Jahren 1925, 1930 und 1950. Zählte der Verein hier noch mehr als 110 Mitglieder, verlor er rund zehn Jahre später sehr viele seiner Mitglieder. Ende der 1960er Jahre wurde gar mit dem Gedanken gespielt, den Verein aufzulösen. Heute sind 65 Erwachsene und zehn Jugendliche Mitglied im Verein. Zur 100-Jahr-Feier am heutigen Freitag stellt der Vorsitzende des Vereins, Wilhelm Naumes, ein Buch zur Vereinschronik vor, an dem er rund drei Jahre gearbeitet hat. Das 276 Seiten umfassende Buch kann beim Eröffnungsabend für 15 Euro gekauft oder später für 25 Euro nachbestellt werden. Kontakt: Wilhelm Naumes, wilhelm.naumes@gmx.de oder 0160/94982987. eib