Nur die Besten kommen durch

Hohe Anforderungen stellen der Kreis und die Verbandsgemeinde Schweich an die Architekten, die sich für die Planung der Treverer-Förderschule und der Grundschule Schweich im Schweicher Norden bewerben. Drei Referenzobjekte sind vorzuweisen. Insgesamt sind 90 000 Euro für einen Planungswettbewerb ausgelobt.

Schweich/Trier. Wer sich durch die sieben eng beschriebenen Din A 4-Seiten im Mitteilungsblatt der europäischen Union gekämpft hat, kann den Eindruck gewinnen, man sucht die eierlegende Wollmilchsau. Der gesuchte Architekt, der das integrative Schulzentrum in Schweich auf dem Reißbrett entwerfen darf, muss hohen Anforderungen genügen. Er soll optimale Bedingungen für das Zusammenleben und -lernen von behinderten und nicht- behinderten Schülern schaffen.
Erfahrung gibt Pluspunkte


Die Eignung wird über ein Punktesystem ermittelt, wobei auch Architekten- oder Bietergemeinschaften Bewerbungen abgeben können. So bringt etwa langjährige Berufserfahrung Pluspunkte. Auch Referenzobjekte, die nach dem Jahr 2005 entstanden sind, werden positiv bewertet. "Nur" eine Schule geplant zu haben, reicht dabei nicht aus. Erfahrungen bei barrierefreien Objekten werden vorausgesetzt, etwa im Gesundheitsbereich sowie im Sportstätten- und Landschaftsbau. Bis zum 19. August können sich Planungsbüros aus Europa bewerben. Die Aufgabe, der sie sich stellen, ist dreigeteilt und soll doch am Ende ein harmonisches Ganzes ergeben: Auf der grünen Wiese nahe des Baugebiets Ermesgraben sollen die Trevererschule, eine noch in Trier ansässige Förderschule mit dem Schwerpunkt motorische Entwicklung, die Grundschule Schweich und eine Sporthalle entworfen werden.
Der Planungswettbewerb ist in das Ausschreibungsverfahren integriert. Vereinfacht ausgedrückt, ist der Ablauf so: Alle Bewerbungen werden nach dem Punktesystem beurteilt. Die 20 Büros, die die meisten Punkte aufweisen, werden eingeladen und um die Abgabe eines Planungsentwurfs gebeten. Die Angaben aus dem Ausschreibungstext werden konkretisiert. Die eingehenden Entwürfe werden von einer Jury in Augenschein genommen. In der Jury sitzen Fachleute, darunter der Trierer Architekt Gerhard Freising und Kunibert Wachten, Inhaber des Lehrstuhls für Städtebau und Landesplanung an der Technischen Hochschule Aachen. Sachpreisrichter sind Repräsentanten der Schulträger und der Schulen. Für den Träger der Trevererschule, den Kreis, gehört Landrat Günther Schartz dem Gremium an, für die Grundschule Schweich ist es die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Schweich, Christiane Horsch. Weitere Sachpreisrichter sind der Schweicher Stadtbürgermeister Otmar Rößler, Grundschulleiterin Christina Steinmetz und der Leiter der Treverer-Förderschule, Franz Josef Schwaller. Bürgermeisterin Horsch hat bereits angekündigt, dass sie "Berater" hinzuziehen möchte. Das sind der Schulelternbeirat der Grundschule und der Ältestenrat des Verbandsgemeinderats, also die Beigeordneten und die Fraktionsvorsitzenden.
"Das ist keine Null-Acht-Fünfzehn-Schule", sagt Horsch, "hier spielt das Thema Inklusion eine besondere Rolle. Deshalb erwarte ich, dass die Empathie des Planers über das normale Maß hinausgeht." Die ersten drei Preisträger erhalten für ihre Entwürfe 36 000 Euro, 22 500 Euro und 13 500 Euro, außerdem gibt es drei "Anerkennungen" zu je 6000 Euro. Letztlich entscheiden der Kreisausschuss und der Verbandsgemeinderat Schweich, wer den Zuschlag bekommt. Ausschlaggebend sei dabei nicht nur das Jury-Ergebnis, sondern auch die Art und Weise der Präsentation in den Räten, sagt Christiane Horsch. Sie hofft, dass sich viele Planer aus der Region beteiligen.Extra

Grundschule Schweich (vierzügig): Aufnahmekapazität 384 Schüler, Grundfläche 1370 Quadratmeter, 16 Unterrichtsräume, acht Förderräume, sechs Verwaltungsräume, zwei Ganztagsschul-Betreuungsräume Trevererschule: Aufnahmekapazität 80 Schüler, Grundfläche rund 3000 Quadratmeter, vier bis fünf Unterrichtsräume bestehend aus Unter-/Mittelstufe, Mittel-/Oberstufe, Ober-/Werkstufe, ein Förderraum, zwei bis vier Pflegeräume, Therapieräume, Abstellräume, Teeküche, zehn Einzelräume für Förder- und Beratungszwecke, zehn Fachunterrichtsräume, sieben Verwaltungs- und Beratungsräume, Lehrmittelräume und Bewegungsbad, Umkleide- und Sanitärräume für Schüler und Lehrer. Grundschule und Förderschule (gemeinsam genutzte Räume): Grundfläche rund 1900 Quadratmeter, Geschäftszimmer, Lehrerzimmer mit Nebenräumen, Bibliothek, Mensa mit Nebenräumen, Mehrzweck- und Fachraum, Pausenhalle, Hausmeisterräume, WCs für Lehrer und Schüler. Sporthalle: Unterteilbare Dreifeld-Sporthalle mit rund 1770 Quadratmetern Fläche, Sanitär- und Umkleideräume, Geräteraum. alf