Nur die Feuerwehr darf umsonst ins Freibad

Trier · Mit der jüngsten Preiserhöhung 2010 hat die Stadt ihren freiwilligen Feuerwehren den freien Eintritt ins Nord- und Südbad gestrichen. Inzwischen hat die Verwaltung es sich anders überlegt und präsentiert dem Stadtrat morgen den Beschluss, Triers ehrenamtliche Brandbekämpfer - und niemanden sonst - wieder kostenlos in die Freibäder zu lassen.

Trier. "Den aktiven Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehren aus dem Stadtgebiet wird freier Eintritt in die Trierer Freibäder gewährt." Diesen Beschluss soll der Stadtrat morgen Abend fassen. Bis 2010 galt für alle Trierer Feuerwehren freier Eintritt ins städtische Nord- und Südbad (das Bad an den Kaiserthermen wird von den Stadtwerken betrieben und ist daher außen vor). Doch seit Erhöhung der Eintrittspreise gewährt die Stadt diesen Bonus nur noch den 150 Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr und den etwa 90 Mitgliedern der Jugendwehren. Die rund 250 erwachsenen Ehrenamtlichen gehen seitdem leer aus.
"Freier Eintritt ist kein Almosen"


Unverständnis und Empörung ließen nicht lange auf sich warten. Kurt Hardt, seit 25 Jahren Obmann der freiwilligen Feuerwehren der Stadt Trier, schickte eine klare Botschaft an die Stadtverwaltung: So nicht! Der freie Eintritt sei keinesfalls ein Bonus oder gar Almosen, sondern ein Entgegenkommen der Stadt als Auftraggeberin der Wehren.
"Durch den Einsatz der ehrenamtlichen kostenlosen Feuerwehrleute im Brand- und Katastrophenschutz wird der Haushalt der Stadt Trier jährlich um Millionenbeträge entlastet", sagte Hardt im Gespräch mit dem TV. Keine andere ehrenamtlich tätige Organisation erreiche derart unmittelbare Auswirkungen auf die Finanzlage der Stadt.
Die FWG versuchte im Sommer 2011 mit einem Antrag, den freien Eintritt für die freiwilligen Feuerwehren wieder in Kraft zu setzen, doch der Stadtrat vertagte die Diskussion auf die Ausschussebene. Dort schwelt sie seitdem. In der Ratssitzung brachten mehrere Fraktionen die Frage auf den Tisch, warum die Stadt ihre ehrenamtlichen Feuerwehrleute denn derart bevorzugen sollte. Schließlich leisten auch ehrenamtlich Engagierte bei den Johannitern oder Maltesern wichtige Dienste, außerdem gebe es noch Institutionen wie das Technische Hilfswerk.
Die aktuelle Beschlussvorlage der Stadtverwaltung beantwortet diese Frage klar und deutlich. "Weitere Institutionen und Organisationen finden aus wirtschaftlichen Gründen keine Berücksichtigung."
Feuerwehrleute, so die Begründung, seien bei Einsätzen extremen körperlichen Belastungen und Gefahren ausgesetzt. "Damit sie diesen Belastungen standhalten können, müssen sie sich ganzjährig in unterschiedlichster Art und Weise sportlich betätigen und fit halten." Dazu gehöre auch "ein regelmäßiges Schwimmtrainingsprogramm".
Sportdezernentin Angelika Birk und Feuerwehrdezernent Thomas Egger legen dem Rat diesen Beschluss gemeinsam vor. Das war nicht immer so: Als die FWG im Juni 2011 ihren Antrag präsentierte, den freien Eintritt wieder in Kraft zu setzen, stellte sich Egger demonstrativ hinter dieses Begehren - und verwies ansonsten auf seine für die Gebührensatzung zuständige Kollegin Birk.
Obmann Kurt Hardt ist zwar mit dem Ergebnis zufrieden, doch betonte er im Gespräch mit dem TV: "Der Weg dorthin gefällt mir nach wie vor nicht." An seiner ursprünglichen Argumentation hält er fest: "Es kann hier nicht darum gehen, sich zu fragen, welches Ehrenamt Vergünstigungen verdient und welches nicht. Die Stadt profitiert als Auftraggeberin von den Leistungen der freiwilligen Feuerwehren und muss uns deshalb ihre Sportstätten auch kostenlos zur Verfügung stellen."
Liebe Leserinnen und Leser, was halten Sie davon, nur den Ehrenamtlichen der Feuerwehren, nicht aber denen der Hilfswerkefreien Eintritt in die Trierer Freibäder zu gewähren? Schicken Sie uns Ihre Meinung per E-Mail an die Adresse echo@volksfreund.de - Name und Anschrift bitte nicht vergessen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort