Nur Kosten und keine Einnahmen

Trier-Olewig · Die Stadt Trier hegt den Wunsch, dass Kloster Olewig zu verkaufen. Dagegen hätte der Ortsbeirat keine Einwände, so die Beschlusslage in der jüngsten Sitzung.

Der Ortsbeirat Trier-Olewig spricht sich dafür aus, das Kloster zu verkaufen. TV-Foto: Ludwig Hoff

Foto: Ludwig Hoff

Trier-Olewig. Für manch ein Olewiger Ratsmitglied arbeitet die Stadtverwaltung nicht schnell genug beim angedachten Verkauf des Klosters Olewig. Einen Disput bei dem Thema gab es in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates zwischen Peter Terges (CDU) und Detlef Schieben (SPD). Terges meinte, das Objekt hätte längst verkauft sein können, wenn die Verwaltung zügig gehandelt hätte: "Ein interessierter Käufer wird seit drei Jahren vertröstet." Das leerstehende Anwesen verursache nur Kosten: 9000 Liter Heizöl im Jahr, laut Terges. Andererseits werde eine mögliche Bewirtschaftung von Parkflächen nicht betrieben, Geld, das an der Stadt vorbeigehe.
Parteikollege Hans-Hermann Palm brachte einen anderen Aspekt in die Diskussion: Durch die Denkmalpflege ziehe sich die Angelegenheit so lange hin. Ganz anderer Meinung war Detlef Schieben: "Es gibt und es gab keinen Käufer, nur einen Interessenten", der sich aber bislang nicht klar geäußert habe. Auf die Tagesordnung der Sitzung am Mittwochabend in der Grundschule gekommen war das Thema durch die Beratung der Vorschläge für den Bürgerhaushalt 2012.
Ortsvorsteherin Petra Block freute sich über immerhin 111 Bewertungen im Internet zum Olewiger Kloster. Der Bürgervorschlag, das Anwesen zu verkaufen, traf genau die Stimmungslage im Rat. Einstimmig votierte das Gremium für einen Verkauf.
Ein oft und viel diskutiertes Anliegen scheint spätestens im kommenden Frühjahr verwirklicht zu werden: Die Fußgängerquerungsinsel im Bereich Riesling-Weinstraße/Retzgrubenweg (Höhe Feuerwehrgerätehaus). Die Pläne hierzu stellte Eric Wolff vom städtischen Tiefbauamt vor. "Die alternative Ampelanlage wäre viel teurer geworden als ein Fahrbahnteiler (2,50 Meter breit)", sagte Wolff, der zwei Monate Bauzeit veranschlagt. Mit der Querungshilfe würden die derzeit ausgeschilderten 30 Kilometer aufgehoben und gegen 50 Kilometer ersetzt.
Kurz gestreift wurde ein weiteres Anliegen aus dem Bürgerhaushalt, die Anzahl der Ortsbeiräte (der TV berichtete). Detlef Schieben sprach sich dafür aus, das Thema "in aller Ruhe anzu-gucken und zu diskutieren." Eile sei keine geboten, denn, wenn überhaupt, könnte eine Änderung frühestens zur Kommunalwahl (2014) greifen. "Bezirke zusammenzulegen ist großer Quatsch", argumentierte Peter Terges, sprach sich aber dafür aus, die Sitzungsgelder in den Ortsbeiräten zu streichen - als Spareffekt. Dem widersprach Ursula Schöffling (SPD): "Damit ist das Problem aber nicht vom Tisch."
Extra

Großen Unmut äußerte bei der Einwohnerfragestunde eine Bewohnerin der Straße Auf der Ayl (wird derzeit ausgebaut) und warb um Unterstützung seitens des Ortsbeirats. Konkret: Obwohl es durch den Straßenausbau keine Straßenreinigung gegeben habe, wolle das Stadtreinigungsamt nur für den Zeitraum vom 14. Juni bis 11. Oktober auf die Gebühren verzichten. Dabei sei mit den Bauarbeiten bereits im März 2011 begonnen worden, und es sei davon auszugehen, dass sich die Arbeiten bis ins nächste Jahr hinzögen. Seit Beginn der Bauarbeiten sei keine einzige Kehrmaschine mehr gesichtet worden, so die Anwohnerin. "Keine Leistungen - keine Gebühren", schlug sich der Rat ganz auf die Seite der Bürger. Die Gebührenersparnis sollte den Bewohnern der Straße zugutekommen. LH