Nur wenig Neigung zum Waschbrettbrunnen

Nur wenig Neigung zum Waschbrettbrunnen

Der Waschbrettbrunnen im Herzen von Olewig wartet weiterhin auf seine Inbetriebnahme. Die Spekulationen über die Ursache für den Wasserverlust dauern an. Auch der Schöpfer des Sandsteinwerks ist sauer.

Trier-Olewig. Zwar sind es "nur" 2000 Liter statt der im Trierischen Volksfreund vermeldeten 2000 Kubikmeter Wasser, die innerhalb von zehn Tagen aus der Brunnenzisterne verschwunden waren (TV vom 29. September). Auch die weniger flutartige Dimension des entfeuchten Nasses ändert aber nichts an der Diskussion darüber, wie das Wasser verschwinden konnte und ob der Brunnen überhaupt dauerhaft in Betrieb genommen wird.
Nur für kurze Zeit sprudelte Wasser im Frühjahr 2012 über die Steinrillen des stilisierten Waschbretts. Die knapp zwei Meter hohe Steinmetzarbeit am Ufer des Olewiger Bachs erinnert seitdem trocken an die Zeit, als sich in der Nähe des Klosters der örtliche Waschplatz befand.
Steinmetz Werner Bettendorf hatte den insgesamt 20 000 Euro teuren Brunnen entworfen und angefertigt. Pumpeninstallation, Zisterne und Pflasterung wurden von einer anderen Firma ausgeführt. Dennoch fühlt er sich zu unrecht verdächtigt, er habe etwas mit dem Wasserproblem zu tun. "Ich habe schon 2012 bei einem Termin mit der Stadt und der Baufirma das geringe Gefälle der Pflasterung zu den Abflussrinnen kritisiert", sagt Bettendorf. Zum Gesprächstermin mit unserer Zeitung hat er eine Wasserwaage mitgebracht, um das zu dokumentieren. "Bei einer so geringen Neigung bleibt immer Wasser auf dem Pflaster und in den Fugen stehen. Wenn die nicht wasserdicht sind, kommt es unweigerlich zu einem Verlust." Technik, die kaputt sein könnte, gebe es mit Ausnahme der Pumpe in dem Brunnen nicht.
Peter Terges, stellvertretender Ortsvorsteher und Sprecher der Vereinigung Olewiger Winzer, war einer der Initiatoren für den Brunnenbau, der aus den Mitteln des Stadtteilbudgets finanziert wurde. Er sieht Steinmetz Werner Bettendorf nicht in der Verantwortung. "Der hat überhaupt keine Schuld an den Problemen mit dem Brunnen."
Nach diversen Tests, um dem Wasserverlust auf die Spur zu kommen, hält er - wie auch der Rest des Ortsbeirats - die möglicherweise undichte Wasserzisterne für die wahrscheinlichste Ursache. "Die sollte noch einmal mit 2000 Liter Wasser gefüllt werden, ohne den Brunnen anzustellen. Dann sieht man nach zehn Tagen, wie viel Wasser noch da ist." Einen entsprechenden Prüfantrag an die Stadtverwaltung hat der Ortsbeirat einstimmig gestellt. Ob die darauf reagiert, und was zu tun ist, wenn die Zisterne tatsächlich ausläuft, ist allerdings offen. "Wir warten jetzt darauf, wie die Stadt sich äußert", sagt Peter Terges. Von dem einstigen Vorzeigebrunnen hat er inzwischen die Nase voll. "Wenn es nach mir ginge, könnte der auch ohne Wasser da stehen." r.n.