Nur zur Schau: Schiffsbrand auf der Mosel

Nur zur Schau: Schiffsbrand auf der Mosel

Sirenengeheul am Fluss: Ein Schiff brennt, Rettungseinheiten rücken an. Rund 150 Schaulustige verfolgen die Übung an der Anlegestelle am Schweich-Isseler Moselufer. Mit dabei sind die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die Freiwillige Feuerwehr Issel sowie das Deutsche Rote Kreuz.

Schweich-Issel. Ein rund zehn Meter langes Schiff gerät auf der Mosel in Brand. Zwei Menschen springen panikartig ins Flusswasser. Weitere Passagiere befinden sich auf dem brennenden Schiff. So wie jede Minute zählt, wird jetzt jede helfende Hand gebraucht.
Am Ufer der Anlegestelle behält Thomas Rößler, technischer Leiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Schweich, einen klaren Kopf, er koordiniert den Einsatz. Mit Blaulicht und Sirenengeheul brausen Einsatzwagen ans Ufer heran. Was viele zufällig vorbeikommende Radfahrer und Spaziergänger an der Mosel erst bei näherem Hinschauen bemerken: Es handelt sich bloß um eine Übung. Einige gesellen sich zu den Zuschauern, die meisten davon sind Gäste des traditionellen Hoffestes des Isseler Cultur Vereins, in dessen Rahmen die Übung stattfindet.
Für den Ernstfall vorab üben


Zurück zum gestellten Schiffsbrand: Jeder der rund 50 ehrenamtlichen Helfer weiß, was er zu tun hat. Mit Booten machen sich einige Einsatzkräfte auf den Weg zu den zusehends erschöpfter werdenden Schiffsbrandopfern, die hilfesuchend in der Mosel schwimmen. Noch ein paar Meter und sie können endlich nach der helfenden Hand greifen. Am Ufer warten bereits die Ersthelfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Schweich.
Das andere Szenario: Feuerwehrmänner haben alles für das Bekämpfen der imaginären Flammen und des Rauchs vorbereitet. Sie rollen emsig Schläuche aus und machen das eigene Boot startklar. Auch die Passagiere auf dem Schiff werden gerettet, und Erleichterung macht sich breit, als das Wasser aus dem Schlauch schießt, um den imaginären Brand zu zügeln. "Die Übung ist aus mehrerlei Hinsicht wichtig", meint Rößler. Zum einen könne die Zusammenarbeit des DRK, der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Schweich-Issel und der DLRG geübt werden. Das sehen auch Christof Kellersch, Wehrführer der FFW Schweich-Issel, und DRK-Einsatzleiter Ron Köhnen so. Zum anderen sei es wichtig, auch auf dem "wackligen Untergrund" geübt zu haben, um dann mit den Bedingungen auf dem Wasser besser umgehen zu können. Die Schauübung wird nachträglich noch gemeinsam analysiert werden. Erstes Fazit: "Es hat gut funktioniert." Wie wichtig das Miteinander ist, zeigt sich auch an anderer Stelle: "Hartmut Propp hat uns sein Schiff dankenswerterweise zur Verfügung gestellt", bemerkt Rößler. Glücklicherweise kommt ein Schiffsbrand auf der Mosel in der Region Schweich wohl eher selten vor. "Ich kann mich nur an einen Einsatz wegen eines brennenden Schiffs vor etwa vier Jahren in Pölich erinnern", sagt Kellersch.
Ein Video gibt es ab 14 Uhr unter volksfreund.de/videos

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