1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Ob die Stadt Trier einen eigenen Blitzer-Anhänger kauft

Verkehr : Ob die Stadt Trier einen eigenen Blitzer-Anhänger kauft

Die Entscheidung fällt vermutlich erst im Herbst: Ob die Stadt Trier einen eigenen Blitzer-Anhänger kauft, ist weiterhin unklar. Ein Ausschuss hat die Vor- und Nachteile diskutiert.

Es ist seit März die erste Sitzung des Dezernatsausschuss III, der sich unter der Leitung von Thomas Schmitt um Kultur, Tourismus, Sicherheit und Ordnung kümmert. Die zeitlichen Verschiebungen wegen der Corona-Krise seien der Grund, so Schmitt, warum er die von der Presse heiß ersehnten Blitzer-Zahlen nicht schon früher herausgegeben habe. Der Ordnungsdezernent betont: „Wir wollten da nichts verheimlichen, die Ergebnisse waren meiner Meinung nach sogar eher erwartbar.“

Das Ordnungsamt hat mit dem gemieteten Anhänger, auch Enforcement Trailer genannt, in der Testphase vom 17. Oktober 2019 bis 15. Januar in Trier 240 000 Euro eingenommen. Weniger als in den Jahren erwartet. In den Jahren zuvor hat die Stadt die Geschwindigkeiten nur mobil kontrolliert, also klassisch mit zwei Menschen aus einem Auto heraus.

Thomas Schmitt sagt: „Seit vier Jahren gehen die Geschwindigkeitsverstöße zurück und damit auch die Einnahmen der Stadt.“ Er persönlich sei noch nicht festgelegt, ob er die rein mobile Messung bevorzuge, oder man bessser einen Anhänger dazu kaufe. „Das ist ein stückweit auch Geschmackssache“, sagt Schmitt, beides habe Vor- und Nachteile.

Die Nachteile des Anhängers seien, dass er technisch aufwendiger zu bedienen sei als gedacht. Es brauche also personellen Schulungsaufwand und auch zu reparieren sei das Teil nicht so leicht, erklärt Christian Schnur vom Ordnungsamt. Zum Auf- und Abbauen brauche man ein paar Stunden, weil der Anhänger den Lichtverhältnissen entsprechend genau eingestellt werden müsse, ergänzt sein Kollege Elmar Geimer. Deshalb bleibe der Blitzer-Anhänger mindestens drei Tage an einem Ort stehen. Schmitt: „Dann spricht sich schnell rum, wo der Anhänger steht und dann fahren die Leute da langsamer.“ Ob das nun ein Vor- oder Nachteil ist, wird im Ausschuss diskutiert. Thomas Neises (SPD) sagt: „Dass wir damit weniger Verstöße aufzeichnen, ist für mich ein Argument für den Anhänger.“ Es gehe darum, die Verkehrssicherheit zu verbessern. Insofern seien auch weniger Einnahmen gut.

Thorsten Wollscheid (CDU) fragt, warum beim Anhänger so viel nicht verwertbares Material entstehe. Elmar Geimer erklärt: „Wir hatten ein paar Anfängerfehler, wo die Kamera zum Beispiel zu hoch stand, aber bei mehrfachem Betrieb werden wir uns da verbessern.“

Der Vorteil des Anhängers sei, so Schmitt, man könne ihn auch nachts einsetzen. Matthias Koster (Die Linke) möchte wissen, wie der Personalaufwand beim Anhänger aussehe und was die Miete koste. Christian Schnur kommt auf 100 000 Euro Miete pro Jahr im Vergleich zu einmaligen 180 000 Euro beim Kauf.

Nicole Helbig (Grüne) bittet um eine Vollkostenrechnung auch im Vergleich zum mobilen Blitzen und der jeweiligen Wartung. Schmitt verspricht diese und ein Faktenblatt vor der Entscheidung in den Haushaltsberatungen im Herbst nachzureichen. Der Ordnungsamtvertreter Geimer weiß, dass auch die Geräte der mobilen Kontrolle bald ausgetauscht werden müssen.

Schmitt fasst zusammen, dass die meisten Sprecher zu einer Mischung tendieren aus einem mobilen Blitzer und einer Anhängerversion.

Bald sollen auch sogenannte Rotlichtblitzer an Ampeln installiert werden können. Der Antrag sei gestellt, so Schmitt. Man warte aber schon länger auf die notwendige Genehmigung vom Land. Er höre noch mal beim Verkehrsministerium nach. Technisch sei alles vorbereitet und geprüft. „Das geht dann ganz fix“, versichert Schmitt.