Odyssee zum Augenarzt

TRIER. Ärger über den augenärztlichen Notdienst: Ein 16-Jähriger aus Trier-Quint wurde mit schmerzendem Auge von zwei Krankenhäusern abgewiesen und zum Dienst habenden Arzt nach Saarburg geschickt. Kein Einzelfall.

Es war eine Odyssee, die ein Vater mit seinem 16-jährigen Sohn am Samstag vor einer Woche machen musste, bevor das schmerzende und geschwollene Auge des Jungen endlich behandelt werden konnte. Am Morgen klagte der Sohn über starke Schmerzen im Auge. "Das war dick angeschwollen, er konnte kaum noch was sehen", erzählt der Vater. Er fuhr mit dem Jungen ins nächstgelegene Krankenhaus nach Ehrang. Ein Arzt schaute sich das Auge an, verwies Vater und Sohn aber nach Trier ins Brüderkrankenhaus. Man könne hier nichts machen, weil man nicht die notwendigen Geräte dafür habe. Doch auch im Brüderkrankenhaus konnte dem 16-jährigen nicht geholfen werden. Ohne ihn zu untersuchen, sei er zum Notdienst habenden Augenarzt nach Saarburg geschickt worden, sagt der Vater. Dort konnte dem 16-Jährigen dann endlich geholfen werden. Vermutlich Samenkörner von getrocknetem Heu haben die Entzündung des Auges verursacht. Mit Tropfen gingen die Schmerzen weg. "Das kann doch nicht sein, dass man als Notfall hin und her geschickt wird", ärgert sich der Vater. Offenbar jedoch keine Seltenheit. Das hänge mit der Bereitschaft der Augenärzte in Trier und Trier-Saarburg zusammen, erklärt Andreas Latz, kaufmännischer Direktor des Brüderkrankenhauses. An 20 Tagen im Monat habe die augenärztliche Abteilung des Krankenhauses Bereitschaft, an zehn Tagen übernähmen niedergelassene Augenärzte den Notdienst.Änderung des Notdienstes?

Dann müsste die Klinik die Patienten dorthin verweisen. Warum man im Ehranger Krankenhaus den Jungen überhaupt zu ihnen geschickt habe, könne er sich nicht erklären. Trotzdem komme es immer wieder zu solchen Fällen, sagt Latz. Er plädiert daher dafür, den augenärztlichen Notdienst wie den der Allgemeinmediziner in einem Krankenhaus zu installieren. "Dann wissen die Patienten immer, wo sie im Notfall hingehen müssen."