Offensiv gegen den Terror: Zwei Trierer Polizeichefs sprechen über die Schwerpunkte ihrer Arbeit

Offensiv gegen den Terror: Zwei Trierer Polizeichefs sprechen über die Schwerpunkte ihrer Arbeit

Ralf Krämer wird Leiter der Polizeidirektion Trier, Dietmar Braun übernimmt die Polizeiinspektion Trier.

Dietmar Braun wird Chef der Polizeiinspektion Trier. TV-Foto: Andrea Weber.



Die Spezialeinsatzkommandos der Polizei greifen in besonders gefährlichen Situationen ein. Geiselnahmen, Bandenkriege, organisierte Kriminalität oder auch ein eskalierender Familienstreit - wenn Menschen in Gefahr sind, wenn es um Leben und Gesundheit geht, sind die besonders geschulten und ausgerüsteten Beamten im Einsatz. Polizeidirektor Ralf Krämer kennt die Truppe genau. Er war 20 Jahre lang mit dabei, ab 2011 als Leiter des Spezialeinsatzkommandos (SEK) Rheinland-Pfalz. Der 49-Jährige, seit einem Jahr Chef der Polizeiinspektion Trier (der TV berichtete), übernimmt die Leitung der Polizeidirektion Trier und trägt damit die Verantwortung für acht Polizeiinspektionen und zwei Wachen (siehe Info). Der bisherige Leiter der Direktion, Norbert Hausen, geht in den Ruhestand.
Ein Jahr Polizeiarbeit in Trier - welches Fazit nimmt Krämer beim Wechsel auf die höhere Direktionsebene mit? "Trier ist keine gefährliche Stadt", sagt er. "Aber als attraktives Oberzentrum hat sie eine enorme Sogwirkung auf das Umland." Menschen von Bitburg bis Belgien leiten oft schon am Donnerstagabend das Wochenende ein und suchen das Nachtleben. "Dann haben wir viel zu tun." Krämer spricht von einer "operativen Hektik", die Polizei müsse viele schnelle Entscheidungen fällen. "Das ist dann schon eine hohe Belastung." Doch diese Situation gebe es auch in anderen Städten. "Man muss die Lage nicht dramatisieren", betont der Polizeidirektor. Die Inspektion in Trier habe die notwendige Personalstärke, um die "Grundversorgung zu gewährleisten".
Mit dem Begriff "Grundversorgung" meint Krämer das gewohnte Einsatzspektrum der Polizei von der Unfallaufnahme bis zur Sicherung von Großereignissen wie dem Altstadtfest. Doch das reicht nicht mehr. Die Polizei weiß es. Fälle wie der Messerangriff in Hamburg Ende Juli und der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 sprengen den Rahmen des Polizeialltags. "Es ist eine klare Steigerung der Gefahrenlage", sagt der ehemalige SEK-Leiter. "Die Spezialeinsatzkommandos sind hier in Erfahrung und Aufstellung immer voraus. Wir müssen aber alle Einsatzkräfte auf das Themenfeld Terrorismus verstärkt vorbereiten und gezielt ausbilden." In enger Zusammenarbeit mit der Hochschule der Polizei beim Flughafen Hahn und den Schieß- und Einsatztrainingszentren sollen die Beamten auf Fälle wie Hamburg und Berlin vorbereitet werden. Falls das Undenkbare Realität wird - ein Anschlag in Trier.
Krämers Job als Chef der Polizeiinspektion Trier wird Dietmar Braun übernehmen. Der Polizeidirektor wechselt von Bitburg nach Trier. Braun hatte 2009 die Leitung der Polizei Bitburg übernommen - übrigens als Nachfolger von Friedel Jaeger, den in Trier viele noch als langjährigen Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Stadtrat in Erinnerung haben.
"Die Polizei ist ein zentraler Akteur in Sachen Sicherheit", sagt Braun, der seit gut 39 Jahren Polizist ist. "Sie muss und will natürlich mit anderen Institutionen intensiv zusammenarbeiten." Staatsanwaltschaft, Bundespolizei, die Stadt Trier und ihr Ordnungsamt und auch die Gendarmerie Luxemburg seien wichtige Partner, mit denen die Polizei ein Netzwerk bilde. Braun: "Das ist mir ein persönliches Anliegen."
Der Wechsel in der Leitungsebene der Trierer Polizei wird am Dienstag, 29. August, im Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais gefeiert. Polizeipräsident Rudolf Berg wird Kriminaldirektor Norbert Hausen in den Ruhestand verabschieden sowie Ralf Krämer und Dietmar Braun in ihren neuen Funktionen begrüßen. Zur Polizeidirektion Trier gehören die Polizeiinspektionen Trier mit der Wache Innenstadt, die Polizeiinspektionen Baumholder, Birkenfeld, Hermeskeil, Idar-Oberstein, Morbach, Schweich und Saarburg mit der Polizeiwache Konz. Der Zuständigkeitsbereich umfasst die Stadt Trier, die Landkreise Trier-Saarburg und Birkenfeld sowie Teile des Landkreises Bernkastel-Wittlich mit den Verbandsgemeinden Morbach und Thalfang.
Die Polizeiinspektion Trier ist zuständig für das Stadtgebiet Trier, doch ihre Struktur basiert nicht auf den geografischen und kommunalen Grenzen. Die Trierer Stadtteile Biewer, Ehrang, Quint, Pfalzel, Eitelsbach und Ruwer werden von der Polizeiinspektion Schweich betreut. Darüber hinaus ist die Inspektion Trier zuständig für die Ortsgemeinden Hockweiler, Franzenheim, Igel, Langsur, Ralingen und Trierweiler der Verbandsgemeinde Trier-Land sowie die Ortschaften Korlingen, Sommerau, Gutweiler, Gusterath, Pluwig und Ollmuth der Verbandsgemeinde Ruwer.