Oftmals auch aus Geiz

Eisch sönn malaad. Ett giet mer nött gud, miserabel wolld eisch saon.

Oftmals auch aus Geiz
Foto: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"

Ich bin krank. Es geht mir nicht gut. Besser gesagt, beklagenswert.
Mit den Wörtern, mit denen man den Gesundheitszustand ausdrückt, kann man auch den Wein beschreiben. Datt öss e miserabelen Wein. Ein schlechter Wein, der nur Ärgernis hervorruft. Aber nicht nur der Geschmack kann dem Kenner den Genuss des Weines vermiesen, auch die Menge. Das hat der Trierer, an eine Porz mit 0,4 Litern gewöhnt, schnell erkannt. Wenn ihm dann an der Mosel ein Schoppen mit 0,25 Litern kredenzt wird, hat er schon die Aawen verdriet.
Heute ist der Geiz noch größer geworden, da der Schoppen meist nur noch 0,2 Liter Inhalt umfasst. Das nennt er dann vornehm zurückhaltend, e Miserabelschi. In der Werbung würde man sagen: Geiz ist geil.
Wie es zu dieser Mengenbegrenzung kam, wird in einem aale Stöggelschi verzeelt: Wu den Häärgodd mött seinen Aposdeln obb der Ärd rommgezoren öss, öss hän och aon de Musel gelann. Lao haott hän de Pedrus ronderomm geschöggt, e guden Drobben Wein ze hollen. Viez wollt hä kaanen. Önn e gruußen Hummben aus Holz, fir e Lidder, haott dä Pedrus dä Wein schödden laoßen. Datt wär e schiene Schobben gewen. Dä Pedrus waor obb emm Haamwäsch nömmi ze guds obb de Ban. Laobei haott hän baal hei o lao dä Wein verschlabbert. Du haott hän liewer ebbes vonn dämm Wein geschluubert. Bässer ömm Leif wie obb emm Bodem, haott hän gedaocht. Datt datt nött obbfaalen diet, haott hän den Hummben e Stöggelschi aobgeschnieden. Su öss datt weider gaang. Wu dä Pedrus beim Häärgodd onn seinen Aposdeln aokomm öss, haott hän iewer de Hälfd vomm Wein gepöddscht gehaott onn dän Hummben klaaner gemaach. Den Häärgodd haott die Bescherong gesien, de Kobb gerösselt o gesaot: Datt öss en gruuß Miseer. Fir hän onn de Aposdeln waor dä klaanen Hummben vonn du aon e Miseräbelschi. Su öss e Schobben aon der Musel heit naoch e Miseräbelschi. Dän Trierer bleift liewer bei seiner Porz.
Pedrus ist dennoch Patron der Stadt Trier geworden.

Die besten Kolumnen von Horst Schmitt und Josef Marx sind in dem Buch "Milljunen Leit - mindestens drei" nachzulesen, das im Trierer Verlag Michael Weyand erschienen ist. Das Buch ist für 11,95 Euro im Trierer Handel erhältlich und im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund-shop.de" text="www.volksfreund-shop.de" class="more"%>

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