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Oh du schreckliche Weihnachtszeit

Oh du schreckliche Weihnachtszeit

Weihnachten und die Familie Köcher, das ist ein Kapitel für sich. Bei den vier Eifelern treffen Weihnachtslust und Weihnachtsfrust aufeinander. Ihre Erfahrungen verarbeiten sie in Theaterstücken. Das neueste feiert am Samstag in der Tufa Premiere. Danach droht den Köchers eine Zwangspause.

Trier/Hupperath. Geschenke, Dekoration, Festvorbereitungen, Konzerte: Vor Weihnachten kann die Stimmung im Keller sein. Elmar Köcher hat für sich und seine Familie eine Therapie entwickelt, die auch anderen viel Spaß bereitet: Seit fünf Jahren schreibt er gemeinsam mit seiner Frau, seinem Sohn und seiner Tochter Weihnachtsstücke, in die ihre Erfahrungen mit dem Fest der Liebe einfließen. Es wurde ein Riesenerfolg. Rund 400 Menschen sahen die Stücke, in denen ausschließlich die Familienmitglieder mitspielen, bei vier Vorstellungen (der TV berichtete).
Im ersten Teil ging es um die klassischen Konfliktthemen wie den Tannenbaum, dessen Größe nicht passt, den angebrannten Weihnachtsbraten und vertauschte Präsente. Dieses Jahr stehen die Folgen eines Geschenks im Mittelpunkt. "Die Besucher denken entweder ,Oh wie schön harmonisch ist es dagegen bei uns' oder ,Genauso ist es bei uns'", sagt Elmar Köcher, der Lehrer am Peter-Wust-Gymnasium in Wittlich ist und dort auch die Theater-AG leitet.
Seine Familienmitglieder stehen ihm in Sachen Kreativität in nichts nach. Mutter Claudia Jirka-Köcher ist das Organisationstalent in der Familie, "und die Fleißigste, die sich um die Werbung, die Technik, die Kostüme kümmert und das Stück in den Computer eingibt", wie ihre Familie berichtet.
Tochter Tamara spielt mehrere Instrumente und komponiert die Musik. Die Stärken von Sohn Felix sind seine markante Stimme und seine punktgenauen Pointen, während Vater Elmar spontan auf der Bühne reagieren kann und aktuelle Nachrichten in das Stück einfließen lässt.
Wie es kommt, dass die Kinder, 18 und 21 Jahre alt, immer noch mit den Eltern auf der Bühne stehen, erklärt Claudia Jirka-Köscher so: "Das gemeinsame Theaterspielen macht uns einfach Spaß, und es ist ein schönes Erlebnis, etwas gemeinsam zu schaffen." Ihr Mann ergänzt: "Wenn es denn mal gemeinsam geschafft ist. Der Weg dahin ist oft beschwerlich, die Vorbereitungen sind viel Arbeit, und es gibt reichlich Diskussionsbedarf."
Die Stücke sind jeweils in sich abgeschlossene Episoden, so dass die Zuschauer das jeweilige Stück verstehen, ohne die vorherigen gesehen zu haben. Wer die Köchers und ihr Weihnachtsstück sehen möchte, sollte das dieses Jahr einplanen - denn danach steht eine längere Pause an. "Im nächsten Jahr ist unsere Tochter im Ausland, da können wir nicht spielen", sagt Claudia Jirka-Köcher. "Und wir haben auch Lust auf neue Projekte."
Das Weihnachtsstück "Final Destination" wird in der Tufa Trier am Samstag, 10. Dezember, um 16 Uhr und um 20 Uhr gespielt. Der Eintritt kostet elf (ermäßigt neun) Euro an der Abendkasse und im Vorverkauf neun (ermäßigt sieben) Euro. Karten gibt es im TV-Servicecenter in Trier (Neustraße 91).