Spenden: Ohne Bus keine Schule

Spenden : Ohne Bus keine Schule

„Meine Hilfe zählt“: Eine Schule für Kinder mit Behinderungen in Ruanda benötigt die Unterstützung der TV-Leser.

Kigali ist die Hauptstadt und größte Stadt Ruandas. Sie liegt im Zentrum des Landes, knapp südlich des Äquators. Seit 2015 gilt Kigali als sauberste Hauptstadt Afrikas. So heißt es unter anderem im Internet-Lexikon Wikipedia.

Eine Delegation der Bitburger St. Martin-Schule hatte im Oktober
vergangenen Jahres mehrere Flugstunden auf sich genommen und war nach Ruanda gereist – in das afrikanische Partnerland von Rheinland-Pfalz. Genauer gesagt besuchten Schulleiterin Regina Mannitz, ihre Kollegen Marco Fandel, Svenja Hoffmann und Christine Linster sowie die Vorsitzende des Elternbeirats Heidi Sonnen-Ludwig die Partnerschule mit dem Namen Izere Mubyeyi in Kigali. Beide Schulen haben das gleiche Ziel: Sie fördern Schüler mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen. Seit einem Jahr unterstützt die Eifeler Schule, die im Bitburger „Schlösschen“ beheimatet ist, mit ihren derzeit 68 Schülern, 27 Mitarbeitern und engagierten Eltern ihr afrikanisches Pendant.

Für eine Woche war das Team aus Bitburg im Unterricht mit dabei und sprach mit Eltern, die 9000 Kilometer entfernt, gleiche Sorgen um ihre Kinder hegen. Ein Fortbildungsprogramm in Sonderpädagogik für das dortige Lehrerkollegium hatten die Bitburger mitgebracht. Und von Spenden wurden außerdem Möbel und Unterrichtsmaterialien bewusst vor Ort eingekauft, um die ruandische Wirtschaft zu unterstützen. „Wir waren von der überaus herzlichen Atmosphäre und dem liebevollen Umgang mit den
zum Teil stark beeinträchtigten Schülerinnen und Schülern sehr
beeindruckt“, schreibt Svenja Hoffmann auf der Online-Spendenplattform des Trierischen Volksfreunds „Meine Hilfe zählt“. Hoffmann ist verantwortlich für das Projekt. Unterstützt wird die Spendenaktion vom Verein Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda (siehe Extra).

Als glücklichen Zufall beschreibt die Schul-Delegation, dass am ersten Besuchstag kurzfristig die Einweihung des neuen Schulgebäudes stattfand. Sie waren nicht die einzigen Rheinland-Pfälzer, die am großen Fest teilnahmen. Unter den Gästen war auch der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz, denn das Gebäude war von einer Initiative aus Landau finanziert worden. Auf der einen Seite imponierte den Besuchern die herzliche, lebendige und offene Atmosphäre, wie es in dem Bericht über den Besuch heißt, auf der anderen Seite machte die karge Ausstattung sehr kleiner Klassenräume betroffen: keine Tafeln, keine Regale, keine Schränke.  Stühle und Tische in den Klassenräumen waren meist viel zu groß oder viel zu klein. Brauchbares Unterrichtsmaterial, Fehlanzeige. Mit den neu angeschafften Möbeln wurde ein Klassenzimmer sozusagen als Prototyp eingerichtet, der den Bedürfnissen der Kinder gerechter wird.

Doch die Freude über das neue Schulgebäude hat einen Wermutstropfen. „Ein Schulbus wird dringend benötigt“, sagt Hoffmann. Da die Schülerzahl niedrig ist, wird die Einrichtung vom Staat nicht als Schule anerkannt. Das heißt: Die Eltern müssen die Beförderung zur Schule aus eigener Tasche zahlen. Was wiederum für einige Familien unmöglich ist.

Die Bitburger Partnerschule sammelt Spenden, damit ein gebrauchter Bus für rund 20 000 Euro angeschafft werden kann. Die Spenden fließen auf das Schulkonto beim Verein Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda in
Mainz. Der Verein sorgt für den Transfer des Geldes und die Anschaffung vor Ort. Bereits 71 Menschen haben das „Meine Hilfe zählt“-Projekt bislang
unterstützt. Es fehlen noch 1321 Euro, damit der Bus angeschafft werden kann und die Schüler, die zu weit entfernt wohnen, wieder dort lernen können. Auch Erlöse aus Veranstaltungen der St. Martin-Schule, die in Trägerschaft des Kreises Bitburg-Prüm ist, sind in das Projekt geflossen.

Meine Hilfe zählt St. Nikolaus Schule Bitburg. Foto: St. Nikolaus Schule
Meine Hilfe zählt St. Nikolaus Schule Bitburg. Foto: St. Nikolaus Schule

TV-Leser können unter der Projektnummer 58836 spenden. Jeder Euro zählt, damit Schüler in Kigali gefördert werden können.

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