Ohne Eltern geht es nicht

Seit fast zwei Jahren läuft das Projekt "Aufsuchendes Krisenmanagement bei Schulverweigerung" (AKM-S) der Gesellschaft für Psychologische und Soziale Dienste (GPSD). 93 Schüler und ihre Familien sind seit Anfang 2006 betreut worden. In einer Zwischenbilanz sehen sich die Verantwortlichen in ihrer Arbeit bestätigt.

Trier. (red) Ursache der Schulverweigerung waren in den meisten Fällen familiäre Probleme. Aber selbst wenn die Schulverweigerung andere Ursachen hat, können Eltern, so ein wesentliches Fazit der bisherigen Arbeit, in entscheidendem Maße zur Lösung der Problematik beitragen, Ziel des Projekts, das von der "Aktion Mensch" und der Nikolaus-Koch-Stiftung gefördert wird, ist es, Eltern zu stärken und gemeinsam mit ihnen angemessene und effektive Strategien zur Unterstützung ihres Kindes zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, was Eltern tun können oder was Eltern selbst benötigen, um ihr Kind effektiv bei der Bewältigung der Probleme zu unterstützen. Bei etwa der Hälfte der betreuten Schüler war das Krisenmanagement im November 2007 abgeschlossen oder befand sich in einem Stadium, in dem erste Aussagen zur Wirksamkeit des Projektes möglich sind. In 90 Prozent dieser Fälle wurde die Zielsetzung nach Angaben der Verantwortlichen vollständig erreicht oder eine deutliche Verbesserung der Problematik bewirkt. In einigen Fällen sei dies nur durch stationäre Jugendhilfemaßnahmen zu erreichen gewesen. In diesen Fällen sei die Schulverweigerung allerdings nicht das Haupt-Problem gewesen. Nur bei vier Schülern und Familien konnte weder durch das Projekt noch durch andere Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe etwas ausgerichtet werden. Die insgesamt sehr positive Bilanz der bisherigen Arbeit ist nach Einschätzung von Jürgen Birster, dem Leiter der GPSD, auch ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, den örtlichen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe und mit den Schulen. Wirksame Hilfe bei Schulverweigerung könne nur im Verbund geleistet werden. Weitere Informationen und Kontakt: Beratungsstelle Trier-Süd der GPSD e.V., Saarstr.aße51-53, 54290 Trier; Homepage: www.gpsd-trier.de