Olewig auf dem Abstellgleis?
Trier-Olewig · Im Einzelhandelskonzept der Stadt Trier ist vorgesehen, die Nahversorgung in den Stadtteilen auszubauen. In Olewig gibt es seit drei Jahren jedoch praktisch keine Nahversorgung mehr. Ob dem Konzept deshalb zuzustimmen sei, darüber berieten die Ortsbeiratsmitglieder.
Trier-Olewig. Bei der zurückliegenden Olewiger Ortsbeiratssitzung stand vor allem ein Thema im Mittelpunkt: das Einzelhandelskonzept 2025+ der Stadt (der TV berichtete). Bei der öffentlichen Sitzung, die in der Grundschule stattfand, stellte Karsten Rindt (SPD) klar: "Dem Konzept, so wie es im Moment vorliegt, sollten wir so nicht zustimmen."
Die einfache und einleuchtende Begründung lieferte er gleich mit. "Die beschriebene Ausgangssachlage, auf der der Einzelhandel in Olewig weiter ausgebaut werden soll, ist die Situation aus dem Jahr 2011, das ist drei Jahre her."
In diesen drei Jahren hat sich die Situation, was die Nahversorgung in Olewig angeht, jedoch verschlechtert. Bereits Anfang 2011 schlossen sowohl die letzte Bäckerei im Ort als auch der letzte Supermarkt des Stadtteils in der Caspar-Olevian-Straße. Die nächste Einkaufsmöglichkeit für die Olewiger gibt es seitdem in Heiligkreuz oder Tarforst.
"Olewig ist ausgeblutet, auch weil die Versorgung in den benachbarten Stadtteilen so gut ist", erklärt Peter Terges (CDU).
Die Winzer, deren Weinhandel in dem vorgelegten Konzept auch als Nahversorgung zähle, könnten aber nicht dazugerechnet werden, wenn es um die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln gehe. "Bevor also der Einzelhandel in Olewig ausgebaut werden kann, muss die Nahversorgung erst einmal wieder gesichert sein", so Rindt weiter. Prinzipiell stimme man dem Konzept zwar zu, befürchtet aber, dass eine Zustimmung mit dem Verweis auf Korrektur der Sachlage nicht genug Gewichtung habe. "Die Stadt sollte die Sachlage in Olewig noch einmal korrigieren", sagte Terges. "Denn auf falschen Fakten lassen sich keine richtigen Zielvorgaben aufbauen."
Mit der Ablehnung des Konzepts wird die Begründung bei der Stadt eingereicht. In Anbetracht der schlechten Nahversorgung wird außerdem ein Antrag an die Stadtwerke gestellt, die Buszone eins zu erweitern. Zone zwei beginnt an der Haltestelle Kleeburger Weg und bedeutet für die Menschen Mehrkosten, die mit dem Bus nach Tarforst fahren müssen, um sich mit Nahrungsmitteln zu versorgen. lok
Extra
Die Verhandlungen mit der Triwo, die Ende 2013 über die Zukunft des Klosters Olewig entscheiden sollten, sind aus mehreren Gründen gescheitert (der TV berichtete). Vor der politischen Sommerpause wird es in dieser Sache wohl zu keinen weiteren Verhandlungen kommen. Der Termin für die Einweihung des Rebenbogens wurde auf den 3. August, den Sonntag des Weinfestes, 11 Uhr (nach der Messe), festgelegt. Jedes Ortsbeiratsmitglied spendet zehn Euro, von denen eine Verköstigung für die Besucher ermöglicht werden soll. lok