Olewiger wollen mitreden, aber nicht entscheiden
Trier · Nicht entscheiden, aber mitreden, gehört werden und mitbestimmen: So sieht der Ortsbeirat Olewig künftig seine Aufgaben. Die haben die Politiker formuliert und an die Verwaltung weitergegeben.
Trier. Viele Wünsche nach Veränderung, die sich auf die politische Arbeit beziehen, kommen nicht aus Olewig. Die Stadtteilpolitiker haben trotzdem eine Liste zusammengestellt, wie sie ihre Aufgaben in Zukunft definieren. Mitreden und mitbestimmen ist dabei die Devise, Entscheidungen treffen will der Olewiger Ortsbeirat weniger. Wohingegen die Heiligkreuzer Politiker mehr Kompetenzen fordern und damit einen Prozess angeregt haben, der den Olewigern weniger unter den Nägeln brennt.
Bei den Vorschlägen aus Olewig geht es vorwiegend um die Mitbestimmung bei Ausbau und Unterhaltung von Straßen, Wegen und Plätzen. Gleiches gilt dann, wenn Containerstandorte gesucht werden, wenn es um Spielplätze und Ruhezonen sowie Aufstellung von Bauleitplänen geht oder die Benennung von Straßen und Plätzen. Aber die Olewiger fordern auch, beteiligt und informiert zu werden, wenn über Grundstückangelegenheiten von öffentlicher Bedeutung diskutiert wird. Ein Beispiel dafür im Stadtteil ist die Zukunft des Klosters samt Klostergarten, die immer noch nicht geklärt ist.
Ein Projekt, das der Ortsbeirat in Abstimmung mit den entsprechenden städtischen Fachämtern derzeit umsetzt, ist das Aufstellung eines Rebenbogens an der Einfahrt in die Olewiger Straße. Die Entwürfe stehen, ein Informationsschild ist in Auftrag gegeben, die Finanzierung aus dem Budget mit knapp 7000 Euro inklusive Puffer für unvorhersehbare Mehrkosten ist gesichert. Ortsbeiratsmitglied Martha Scheurer (CDU) gab einen Überblick über die Arbeit hinter den Kulissen, die seit Mitte vergangenen Jahres läuft. Der Text auf dem Schild informiert über den Weinbau, die elsässische Partnerstadt Barr, den Trierer Stadtteil und die heimische Weinlage. Er musste von einem Lektor überprüft und auch noch einmal von Stadtbibliotheks-Chef Michael Embach gecheckt werden.
Ein zweites Projekt ist der Brunnen in der Olewiger Straße, den Werner Bettendorf 2009 geschaffen hat. Er erhält außerdem eine Bronzeplakette, die auf den Sinn und Zweck des Wasserspenders hinweist. Finanziert wird die Tafel aus Restmitteln, die beim Projekt Rebenbogen entstehen. Auf folgenden Text haben sich die Olewiger geeinigt: "Waschbrett: Olewiger Frauen wuschen bis Mitte des 20. Jahrhunderts ihre Wäsche entlang des Baches." cofi
Extra
Die Stadt stellt einen Flächennutzungsplan auf. Der Ortsbeirat sollte den Beschluss über die Einleitung der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung treffen. Der fiel einstimmig aus. Für Olewig ergeben sich wenig Veränderungen. Hauptsächlich ist im Stadtteil Wohnbebauung zugelassen. Zudem sind Weinbauflächen und Flächen für ökologische Landwirtschaft ausgewiesen. Der Ortsbeirat fürchtet, dass der Stadtteil für Neubürger unattraktiver wird, wenn es keine Möglichkeit zur Nahversorgung gebe. Ausgewiesen ist nur kleinteiliger Einzelhandel. cofi