Operation gegen Ausgrenzung

Ein Team aus Ärzten, Schwestern und Pflegern fliegt in ihrer Freizeit und auf eigene Kosten in ein Entwicklungsland. Innerhalb mehrerer Operationstage werden zwischen 80 und 150 Patienten operiert. Mit dabei ist Stefan Pappert, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in Trier.

Im Juli nächsten Jahres wird Stefan Pappert mit Kollegen am Flughafen stehen und den Flieger Richtung Peru nehmen. Genau genommen in die Andenstadt Humachuco in Nordperu, in der Nähe von Trujillo. Die Ehrenamtlichen werden rund zwei Wochen ihrer Freizeit opfern, um das zu tun, was sie in ihren Praxen jeden Tag tun: anderen Menschen helfen.
Auf dem Plan des Teams werden dann meist Operationen von angeborenen und erworbenen Fehlbildungen wie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und von Verbrennungen, meist an Armen und Beinen, stehen.
"Ziel ist die Wiederherstellung von Körperfunktionen und damit der Arbeitsfähigkeit, aber auch die soziale Wiedereingliederung in die Gesellschaft", sagt Pappert. Ein weiteres Ziel sei die Motivation einheimischer Ärzte, selbst solche Operationen kostenlos an bedürftigen Landsleuten durchzuführen. Doch nicht immer könne dies erreicht werden. "Operationen scheitern meist nicht an einer schlechten Ausbildung der Ärzte etwa in Peru, sondern an den hohen Operationskosten, die Bedürftige nicht aufbringen können", erklärt der Facharzt.
Sehr oft behandeln Pappert und sein Team Kinder. Der Vorteil des Einsatzes vor Ort liegt auf der Hand: Die Kinder müssen nicht ausgeflogen und aus ihrer Gemeinschaft gerissen werden. "Abgesehen davon entsteht nur ein Bruchteil der Kosten. 100 bis 200 Euro pro Patient im Gegensatz zu Zigtausend Euro für eine in Deutschland durchgeführte Operation eines einzelnen Patienten", rechnet Pappert vor.
Dass das Team in Peru helfen kann, ist zum einen dem Wunsch nach Hilfe und zum anderen dem Zusammenspiel mehrerer Vereine zu verdanken. Der Trierer Verein PEP, der 2002 gegründet worden war, um zusammen mit dem gleichnamigen Partnerverein in der Andenstadt Cajamarca im Norden Perus notleidende Menschen in Peru und in anderen Ländern Lateinamerikas zu unterstützen, organisiert den Einsatz von Deutschland aus. Die konfessionelle Organisation Circulo Solidario übernimmt die Organisation in Peru, etwa die Bereitstellung von Räumen im Hospital oder das Einholen von Genehmigungen. Der Verein Interplast Germany stellt Personal sowie Know-How und übernimmt die nötigen Versicherungen für die Teilnehmer und gibt eine Finanzspritze.
Doch noch mehr Geld ist notwendig, damit möglichst viele Menschen von Stefan Pappert und dem Team operiert werden können.
TV-Leser können mithelfen und unter der Nummer 12975 das Projekt "Ein besseres Leben durch eine Operation" unterstützen. kat
Extra

Das ehrenamtliche Operationsteam, hier beim Einsatz in Nordbrasilien 2013: Deutsches und einheimisches medizinisches Personal arbeitet gemeinsam, um die Situation vor Ort zu verbessern. Foto: privat.
Zwei Mädchen mit doppelseitiger Lippen-Kiefer-Gaumenspalte vor der Operation. Foto: privat.

Per Banküberweisung an "Meine Hilfe zählt", Konto 220012, Sparkasse Trier (BLZ 58550130), IBAN: DE47585501300000220012 oder Konto 191919 bei der Volksbank Trier (BLZ 58560103), IBAN: DE67585601030000191919 Im Verwendungszweck bitte immer die vier- oder fünfstellige Projektnummer angeben, damit die Spende auch dem gewünschten Zweck zufließen kann. Spenden ohne Projektangabe fließen in einen gemeinsamen Topf, der unter allen Initiativen verteilt wird. Falls eine Veröffentlichung des Spendernamens im TV gewünscht wird, bitte ein "X" auf dem Überweisungsformular eintragen. Bis zu einer Summe von 200 Euro wird der Einzahlungsbeleg als Spendenquittung anerkannt. Ist eine separate Quittung erwünscht, bitte Adresse angeben. Hat ein Projekt bereits vor Buchung der Spende das Spendenziel erreicht, kommt der Betrag anderen "Meine-Hilfe-zählt"-Projekten zugute. Online: Unter volksfreund.de/meinehilfe Projekt auswählen, Spendenbutton anklicken, abgefragte Daten eingeben. Jede Spende wird zu 100 Prozent weitergeleitet, der Trierische Volksfreund trägt die kompletten Transferkosten.