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Optimismus bei den Trierer Liberalen

Optimismus bei den Trierer Liberalen

Die FDP hat bei ihrem Kreisparteitag die Bilanz des zurückliegenden Jahres gezogen. Bei der turnusmäßigen Vorstandsneuwahl wurde Vorsitzender Tobias Schneider einstimmig im Amt bestätigt.

Trier Aus Sicht der Trierer Liberalen ist der jahrelange Weg durch eine tiefe Talsohle endgültig beendet - die optimistische Grundstimmung beim Treffen im Trierer Frankenturm war spürbar. So sah es auch Vorsitzender Tobias Schneider, als er seinen Jahresbericht mit der Entwicklung der Mitgliederzahl eröffnete. Schneider: "Vor einem Jahr hatten wir 95 Mitglieder, heute sind es 118." Einfach sei das Jahr 2016 für die Liberalen nicht gewesen, am Ende aber erfolgreich. Und vor einem Jahr standen wir vor der Landtagswahl, nun sind wir im Landtag wieder vertreten. Ebenso, wenn auch mit kleiner Fraktion, im Trierer Stadtrat." Die FDP müsse sich zur nächsten Kommunalwahl daher noch deutlicher positionieren, um mit starker Stimme die Trie rer Politik mitzugestalten und um Projekte wie die Karl-Marx-Statue zu verhindern. Schneider: "Diese Denkmals-Entscheidung von Geschichtsvergessenen ist eine Schande für unsere Stadt - ein blutrünstiger, machtversessener Staat darf hier für sich Propaganda machen."Als Beispiel erfolgreicher Arbeit nannte er das Liberale Forum, ein Ort für spannende Diskussionen mit maßgeblichen Teilnehmern. "Dieser FDP-Kreisverband hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Ein junger Verband, und einer der am stärksten wachsenden in Rheinland-Pfalz", sagte der Vorsitzende. Sein besonderer Dank galt den Mitgliedern des alten Vorstands mit der Hoffnung, die bewährte Zusammenarbeit mit dem einen oder anderen fortsetzen zu können. Von einer positiven Entwicklung der Finanzen berichtete Kassenwart Daniel Leiders - "wir sind aus dem Gröbsten raus". Nach dem Kassenprüfbericht wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt, und der Weg war frei für die turnusmäßigen Neuwahlen (siehe Textende). Mit kritischen Betrachtungen zur Schulpolitik folgte der Trierer FDP-Bundestagskandidat Adrian Assenmacher. Der Redner monierte einen erheblichen Nachholbedarf rheinland-pfälzischer Schulen beim Thema "Digitalisierung - Internet - neue Medien". Es fehle sowohl an Kenntnissen des Lehrpersonals als auch an technischen Voraussetzungen. Bezirksvorsitzender Philipp Fernis bezeichnete die Trierer FDP als den "aktivsten Kreisverband im Bezirk und im Land". Fernis: "Angeboten wird eine Veranstaltung pro Woche, und das alles mit rein ehrenamtlichen Helfern." Als Beispiel für verfehlte Infrastrukturpolitik nannte er den Trierer Straßenbau am Beispiel des Moselaufstiegs. Fernis: "Die Planung steht, das Geld ist da. Aber dann haben zwei Menschen auf der geplanten Trasse ein Haselhuhn entdeckt. Und wenn zwei Menschen meinen, dort ein Haselhuhn gesehen zu haben, wird das Projekt erst mal um Jahre zurückgestellt, auch wenn das Trierer Moselufer am Verkehr erstickt."Zu vorgerückter Stunde andiskutiert wurde der Antrag von Lasse Strauß von den Jungliberalen Trier/Trier-Saarburg, auf Einführung eines dualen Abiturs, das Lehre (Berufsausbildung) und Bildungsabschluss zu einem zusammenfügen könnte. Auf mehrheitlichen Beschluss wurde der Antrag zur weiteren Prüfung an den Bezirksvorstand Eifel-Hunsrück weitergeleitet.Das Ergebnis der Vorstandsneuwahlen des FDP-Vorstands Trier-Stadt: Vorsitzender: Tobias Schneider, Stellvertreter(in): Katharina Haßler und Peter Berens (für den nach Mainz umgezogenen Oliver Wolf), Schatzmeister: Daniel Leiders, Schriftführer/Pressesprecher: Roman Straub, Beisitzer: Hartmut Rudat, Alice Koller, Melanie Breinig, Adrian Assenmacher, Dirk Eis, Anna Rickoll. Zur Europabeauftragten gewählt wurde Julia Hirsch.KommentarMeinung

Auf und Ab in der StadtEine erstaunliche Totalsanierung ist den Trierer Liberalen gelungen. Hinter der heute im Schnitt jungen Truppe liegt eine Zeit des konstanten Niedergangs. Mitte der 90er-Jahre zerschlug man sich in Flügelkämpfen. Das Ergebnis: Einige namhafte Vorstandsmitglieder wechselten die Parteifronten, und der Sieger der damaligen Positionskämpfe landete später wegen Betrugs im Gefängnis. Später folgte noch das Aus im Trierer Stadtrat. Der liberale FDP-Kreisverband schien klinisch tot. Heute ist das Geschichte: Den neuen Köpfen an der Spitze und jungen Mitgliedern ist es gelungen, dem schwer angeschlagenen Stadtverband wieder Leben einzuhauchen. Was aber noch kein Grund zum Zurücklehnen ist. Leicht wird es für die Trierer FDP in den nächsten Jahren nicht. Es gilt, den erfolgreich eingeschlagenen Kurs konsequent einzuhalten. Die aktuellen Akteure scheinen dies erkannt zu haben. trier@volksfreund.de