Optimismus demonstrieren

Im Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer (IHK) hat sich am Freitag der Kreis Junger Unternehmer (KJU) getroffen. Bei der Jahresmitgliederversammlung hat der KJU seinen Vorstand bestätigt. In erster Linie haben die kleinen und mittelständischen Unternehmer aber gefeiert.

Trier. Das Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer in Trier erstrahlt in blauem Licht. Im Foyer stehen 120 Menschen - Männer mit Anzügen und Frauen in schicken Blusen oder Kostümen - und trinken Sekt. Kellner servieren Lachs-Häppchen. Gleich folgt ein Auftritt des Kabarettisten Peter Vollmer.

Der Kreis Junger Unternehmer hat zur Jahresmitgliederversammlung geladen. Das bedeutet nicht nur, Reden zuzuhören und den Vorstand neu zu wählen, sondern in erster Linie eins: Feiern. "Wir waren jung, wir waren dynamisch, wir sind erfolgreich, und wir wollten Partys feiern", beschreibt Stephan Heintz (36) nicht ganz ernst gemeint seine Motivation, sich 1999 dem Verein anzuschließen.

Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen



Der wieder gewählte Vorsitzende, Ole Seidel, ist stolz darauf, dass der Trierer Verein der Wirtschaftsjunioren mit 240 Mitgliedern der größte in Rheinland-Pfalz ist. Ein Drittel der 257 Mitglieder sei unter 40 Jahre alt. Auch die Fördermitglieder, die jetzt über 40 sind, haben sich dem Verein unter 40 angeschlossen. Das Motto beim KJU ist die "Mitgliedschaft fürs Leben". So können laut Seidel die Jungen von den Erfahrenen profitieren. Ebenso wichtig sei es, Kontakt mit den Politikern der Region zu halten. "Jedes Mitglied soll die Möglichkeit haben, den Bundestagsabgeordneten und den IHK-Präsidenten kennenzulernen", sagt er.

Und so sind bei der Mitgliederversammlung unter anderem der Trierer Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster (CDU) und der IHK-Präsident Peter Adrian anwesend. Adrian betont, dass es gerade für junge Unternehmer wichtig ist, Kontakte zu knüpfen. Er hofft darauf, dass die Mitglieder des KJU ihr Engagement später auf die IHK ausdehnen. Zwar blicken sowohl Seidel als auch Adrian besorgt auf die derzeitige Wirtschaftskrise, sie zeigen sich aber optimistisch - ebenso wie Manuela Strassen (38), die in Malborn im Hunsrück ein Transportunternehmen leitet: "Ich kann mich trotz der Krise nicht beschweren." Laut Seidel ist die Region aufgrund ihrer mittelständischen Unternehmen nicht so krisenanfällig wie andere Regionen, in denen eher große Unternehmen angesiedelt sind. Adrian sieht in der Krise sogar eine Chance für junge Unternehmer, neue Wirtschaftszweige zu erschließen.

Zwei der ganz jungen Unternehmer im KJU sind Sarah Traut (25) und Bernhard Simon (29). Traut ist selbstständige Handelsvertreterin bei der Volksbank in Trier und erst eine Woche im Verein. Von der Mitgliedschaft verspricht sie sich Geschäftskontakte. Simon ist schon einen Schritt weiter. Er wurde als Juniorchef der Firma Simon-Fleisch GmbH in Wittlich in den Vorstand des KJU gewählt. Vor allem will er die "bisher eher schwach vertretene Eifel" mehr in die KJU-Arbeit integrieren.