1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Orangerie im Schlosspark Trier-Kürenz nach Sanierung und Umbau geöffnet

Kultur : Bürger-Engagement zahlt sich aus: Die Kürenzer Orangerie ist wieder einsatzbereit

In dem alten Gebäude im Schlosspark können nun nach Sanierung und Umbau Kulturveranstaltungen und andere Feiern stattfinden. Am Wochenende war die offizielle Eröffnung. Der Weg dorthin war lang und nicht immer leicht.

  Kürenz ist um einen Ort für Veranstaltungen und Feiern reicher: Nach Sanierung und Umbau ist die Orangerie im Schloss­park am Wochenende eröffnet worden. Bis dahin war es ein langer Weg, der aber durch den Ortbeirat sowie viele Freunde und Förderer unbeirrt beschritten wurde. Mit dem „Förderverein Orangerie im Schlosspark“ ist außerdem ein Gönner und Verwalter für das Gebäude erwachsen.

Anfang stand 2012 wollte die Feuerwehr als damalige Nutzer die Orangerie wegen zu hoher Betriebskosten aufgeben. Die Vision, daraus einen Raum für die Kultur zu entwickeln, wurde maßgeblich vom damaligen Ortvorsteher Bernd Michels getragen. Er stellte die Frage: „Kann Kürenz es sich leisten, einen solchen Ort verfallen zu lassen?“ Nicht nur im Ortsbeirat, sondern auch beim städtischen Amt für Gebäudewirtschaft erreichte er damit die beabsichtige Wirkung. Nach und nach kamen weitere Unterstützer hinzu, und so wurde das vermeintlich unfinanzierbare Projekt gestemmt. „Was lange währt, wird endlich gut – dieser Satz passt hier wirklich“, stellte Michels zufrieden fest.

Auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe wurde nach seiner Wahl 2015 regelmäßig von den Befürwortern des Orangerie-Projekts in Kürenz mit eingebunden. Er sei von deren Einsatzbereitschaft ebenso wie vom Endergebnis beindruckt, meinte Leibe. „Hier zeigt sich wieder einmal: Ohne bürgerschaftliches Engagement geht es nicht.“ Dieses Engagement hatte sich vor zwei Jahren in dem neu gegründeten Förderverein der Orangerie gebündelt. Der übernahm die Aufgabe, nach Abschluss der Kernsanierung auch eine passende Einrichtung für den Veranstaltungsort zu beschaffen. Konkret bedeutete dies noch einmal Investitionen in Höhe von 30 000 Euro für Küche, Tische und Geschirr. Stefan Wilhelm, Vorsitzender des Orangerievereins, bedankte sich bei finanziellen Unterstützern: Ortsbeirat Kürenz, Sparkassen-Stiftung und Interessengemeinschaft Schlosspark. „Dazu kamen Einzelspenden und Mitgliedsbeiträge. Von anfangs 31 Mitgliedern ist unser Verein auf heute 50 angewachsen“, ergänzte Wilhelm. Zum Unterhalt der Orangerie sollen künftig auch Einnahmen aus der Vermietung für Feiern beitragen. Außerdem werden Patenschaften für Tische und Stühle als Fördermöglichkeit angeboten.

Beim Umbau hat man sich für einen Mix aus Historischem und Modernem entschieden. Außen wurden zum Beispiel die hohen Rundbogenfenster und damit die ursprüngliche Optik beibehalten. Die Orangerie ist definitiv belegt in einer Karte aus dem Jahr 1855, entstand aber vermutlich schon einige Jahrzehnte früher. Als wahrscheinlicher Erbauer gilt Ale­xandre François Bruneteau de Sainte Suzanne, der von Napoleon zum Präfekten des Saardepartements berufen wurde und in Trier residierte. Er ließ 1810 den überwiegenden Teil der beiden Schlossgebäude aus Vorgängerbauten errichten, und ihm sind wohl auch die kleineren Gebäude im Park zuschreiben. Für die heutige Nutzung wurde der rund 80 Quadratmeter große Innenraum der Orangerie umgekrempelt: Die Decke ist schalldämmend abgedeckt, ein heller Anstrich sorgt freundliche Atmosphäre, und die gastrotaugliche Küche bietet Profiniveau. Der letzte „Makel“ wird im Frühjahr behoben, denn der Oberbürgermeister sagte zu, durch das Grünflächenamt ein Orangenbäumchen pflanzen zu lassen. Damit hätte die Orangerie dann auch ihren ursprünglichen Namensgeber wieder.