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Ordensfest in Waldrach: Beförderte Hofnärrin und Ehre für Tanz-Urgestein

Fastnacht : Ordensfest in Waldrach: Beförderte Hofnärrin und Ehre für Tanz-Urgestein

Der Rieslingorden des Waldracher Karnevalisten geht an Irmgard Jakobs. Prinzessin Lea krönt eine erfolgreiche närrische Laufbahn.

Es war das wohl bestgehütete Geheimnis der vergangenen Wochen in der Ruwertalgemeinde. Nur ganz wenige Mitglieder des Karnevalvereins Waldrach 1975 (KVW) waren eingeweiht, hatten aber „dichtgehalten“. Und so war vor der Jubiläumsgala am Samstag in der Ruwertalschule nichts darüber nach außen gedrungen, wer neuer Träger des Rieslingordens werden würde. Dieser Orden ehrt Persönlichkeiten, die sich durch soziales und gesellschaftliches Engagement verdient gemacht haben.

Insider konnten beim Erscheinen der Laudatorinnen Daniela Meyer, Nina Ostermann, Nathalie Wagner, Lea Lauterbach, Johanna Peters und Anna Krämer (alle Tänzerinnen des Vereins oder Ehemalige) erahnen, wer es sein würde. Alles sprach für eine Frau. Und so kam es denn auch: Auserkoren als jüngste Rieslingordensträgerin wurde Irmgard Jakobs (58), Vollblut-Karnevalistin und Vereinsaktive, wie sie im Buche steht.

Spannend hatten es die Laudatorinnen gemacht und nur scheibchenweise die vielen Aktivitäten der Ausgezeichneten preisgegeben: seit 30 Jahren Trainerin der Kindergarde, elf Jahre lang Trainerin der Jugendgarde, die Showtanzgruppe mit aufgebaut, Gründungsmitglied der Gesangsgruppe Schwaddudela, seit 30 Jahren Büttenschreiberin und auch selbst in der Bütt. Ganze Generationen hätten bei ihr das Tanzen gelernt. Irmgard Jakobs habe den karnevalistischen Tanzsport in Waldrach zu dem gemacht, was er heute ist. Neben dem Einsatz beim Kostümenähen habe sie stets ein offenes Ohr für jedes noch so kleine Wehwehchen der jungen Tänzerinnen gehabt.

Einen weiteren Höhepunkt hatte der Abend: Lea I. (Lauterbach) wurde zur neuen Prinzessin gekürt. Zuvor hatten Ralf Landry und Lisa Winkel Krone und Insignien abgegeben und allen für eine tolle Session gedankt. Ein unbeschriebenes Blatt im Waldracher Karneval ist die neue Prinzessin keineswegs: „Aus närrischem Elternhaus war es schnell klar, Kinderprinzessin wurd ich bereits mit neun Jahr. In der Garde schwing ich schon lange das Bein. Im letzten Prinzengefolge durfte ich Hofnarr sein“, stellte sich die neue Regentin vor. „Meine Uniform tausche ich gegen Krone und Kleid, mit ganzem Herzen stehe ich für‘s Amt bereit.“

Dann sangen die Narren den Kölner Höhner-Song „Echte Fründe ston zesamme“, ein Motto, das offensichtlich auch für Waldrach gilt, nicht nur im 44. närrischen Jubiläumsjahr. Und weil die Waldracher sogar ein eigenes KVM-Lied haben, wurde dieses von Sitzungspräsident Sebastian Schmitz ebenfalls angestimmt: „Willst du mal froh sein im Leben, komm doch zum KVW. Hier kannst du Frohsinn erleben, und singen mit Juch’he.“

Mit Tanz und einem Vorgeschmack auf kommende Büttenreden (Ortsbürgermeister Heinfried Carduck über die maroden Gemeindefinanzen und das Trio der „Schwarzen Witwen“) erlebte das Publikum in der voll besetzten Aula einen Auftakt nach Maß in die fünfte Jahreszeit.