Organspender für dicke Brummis

Mit einem Gebrauchtwagen haben wohl die meisten von uns irgendwann einmal angefangen als Verkehrsteilnehmer. Was bei Personenwagen gang und gäbe ist, dürfte beim Lkw um so ungewöhnlicher sein. Weshalb auch der Stand der MAN Gebrauchtteilebörse Trier derzeit auf der Automechanika in Frankfurt besonders auffällt.

Interessiert betrachten zwei junge Messebesucher das ausgestellte Triebwerk vor der Trierer Gebrauchtteilebörse. Sie verbinden ökonomische und ökologische Vorteile miteinander. TV-Foto: Jürgen C. Braun

Frankfurt. (jüb) Die beiden jungen Männer in Halle 5.0 unter dem Frankfurter Messturm stehen interessiert um den Motor, der vor dem Schild "Gebrauchtteilbörse Trier" platziert ist. Der Inhalt ihres Gesprächs lässt sich auch von weitem erahnen. Wieviel hat der gelaufen, in welchem Zustand ist der, was soll der kosten? Später stellt sich im Gespräch heraus: Beide gehören einer Spedition aus dem Unterfränkischen an. Eine Gebrauchtteilbörse, was ist das? Wie funktioniert sie, und wie kann man damit Geld verdienen? Viele Fragen auf einmal, die Lösungen erscheinen irgendwann ziemlich logisch. "Wir gehören zum Truck Center Koblenz, existieren seit dem Jahr 2000 mit eigenem Servicebetrieb in Trier", erklärt Kundenbetreuer Thomas Dany.

In der 1000 Quadratmeter großen Halle beim Güterverkehrszentrum in Trier-Ehrang in der Eltzstraße geht das ökologische und ökonomische Unternehmen über die Bühne. Dort werden die Großkomponenten von Unfall-Fahrzeugen - wie Motoren, Getriebe oder Achsen - ausgeschlachtet, geprüft, Qualitätskontrollen unterzogen und an den Kunden weitergegeben. Das sind entweder Speditionen oder Werkstätten. "Unser Kunde kann dann zwischen mehreren Alternativen wählen, je nach Geldbeutel. Entweder ein neues Teil oder einen Motor, der beispielsweise schon 600 000 Kilometer gelaufen hat und 8000 Euro kostet", erläutert Günter Biewer, technischer Berater. Neben dem finanziellen Vorteil kommt ein ökologischer Aspekt hinzu: "Mit der Rückführung qualitativ hochwertiger Komponenten und gebrauchter Originalteile in den Produktionskreislauf schont die Trierer Gebrauchtteilebörse Ressourcen, und wir leisten einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz."

Das "zweite Leben für Ersatzteile" bringt den Kunden, so Biewer, eine "Ersparnis von mindestens 35 Prozent". Die Kunden erhalten auf Wunsch die Teile mit einer Garantie, die durch verschiedene Optionen auf bis zu zwölf Monate oder 100 000 Kilometer ausgedehnt werden kann.

Die Gebrauchtteilebörse ist darauf angewiesen, dass immer genügend "Organspender" auf Lager sind. "Unser Team ist immer auf der Suche nach gebrauchten Lkw, vorzugsweise ab Baujahr 1996."