Ort mit Sonderstellung

MERTESDORF. Die Finanzlage der Ortsgemeinde Mertesdorf ist vorbildlich. Der Haushaltsplan-Entwurf (HHP) 2007 trägt nicht nur dem gesetzlichen Gebot des Haushaltsausgleiches Rechnung, sondern kann auch noch eine freie Finanzspitze aufweisen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung lobte Franz Becker von der Verbandsgemeindeverwaltung (VG) Ruwer den Haushalt des Ortes. Mertesdorf habe damit neben Osburg eine Sonderstellung in der VG. "Nur diese beiden Orte können ihren Haushalt ausgleichen", sagte er. Bevor der Gemeinderat den Haushalt einstimmig verabschiedete, hatte Ortsbürgermeister Erich Griebeler über einige Eckdaten informiert und den Fraktionen Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Griebeler dankte insbesondere Franz Becker für die jederzeit bereitwillige Unterstützung und den sachkundigen Rat.Die Einnahmen sind höher als die Ausgaben

Bei ersten Gesprächen zum Haushalt hatte Griebeler bereits im vergangenen Jahr sowohl die Fraktionen, den Gemeindearbeiter und die Kindergartenleitung gebeten, realisierbare Vorstellungen zum Haushalt einzubringen. Er stellt sich im einzelnen wie folgt dar. Das Resümee vorweg: Die laufenden Einnahmen übersteigen die laufenden Ausgaben um 117 440 Euro. Dieser Betrag wird dem Vermögenshaushalt zugeführt. Er stellt somit die freie Finanzspitze 2007 dar. Sie ist im Vergleich zum Vorjahr fast 90 000 Euro höher. "Der Haushaltsplan sieht keine Steuererhöhungen vor. Wir brauchen keine Kredite aufzunehmen", sagt Erich Griebeler. Die Gemeinde sei weiterhin schuldenfrei und könne ihre schon bisher beachtliche allgemeine Rücklage von 390 000 auf 540 000 Euro steigern. Der HHP 2007 ist im Verwaltungshaushalt mit Einnahmen und Ausgaben von 1 043 160 Euro wieder ausgeglichen. Der Vermögenshaushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 537 780 Euro ebenfalls ausgeglichen ab. Wesentliche Posten bei den Ausgaben sind die Umlagen an den Kreis (302 000 Euro) und an die VG (315 500 Euro). Sie sind wiederum deutlich höher als im Vorjahr. Den Ausgaben stehen teilweise höhere und gestiegene Einnahmen aus Steuern, Zuweisungen und Umlagen als im Vorjahr gegenüber. Aus dem Aufkommen gemeindeeigener Steuern sind aus der Grundsteuer A und B zusammen rund 128 000 Euro zu erwarten. Ortsbürgermeister Griebeler: "Die uns als Ortsgemeinde obliegenden Aufgaben können wir weiterhin erfüllen." Darin fasst er zum Beispiel die Aufwendungen für Reparaturen an Gemeindestraßen, den Zuschussbedarf für den Forstwirtschaftsplan, die kostenrechnende Einrichtung "Friedhof" oder die Bewirtschaftung des Bürgerhauses zusammen. Einen Schwerpunkt setzt die Ortsgemeinde weiterhin bei der Förderung der Kinder und Jugendlichen und einer bemerkenswerten Finanzierung der Kindergartenarbeit. Für den Französisch-Unterricht sind so wiederum Mittel eingestellt. Insgesamt beläuft sich der gemeindliche Haushaltsansatz für den Kindergarten auf 52 260 Euro. Griebeler misst auch unter sozial- und gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten der Jugendarbeit und der Vereinsförderung einen hohen Stellenwert zu. Deshalb sollen hier die freiwilligen Leistungen insbesondere an die Ortsvereine wieder angehoben werden und sportliche und kulturelle Aktivitäten finanziell gefördert werden. Im Vermögenshaushalt stehen mehrere Investitionen auf dem Plan. Dabei steht der Ausbau der Straße "Auf Krein" im Vordergrund. Für 2007 sind dafür 377 500 Euro eingestellt.