1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Ortsgemeinde Waldweiler verabschiedet Doppelhaushalt und will den Ort damit weiter aufwerten.

Haushalt : Waldweiler: Große Investitionen, neue Schulden

Die Hochwaldgemeinde hat ihren Haushalt 2020/21 verabschiedet. Wie sie den Ort mit rund 1,3 Millionen Euro weiter aufwerten will.

Über jedem Haushaltsplan einer Ortsgemeinde schwebt das Urteil der Kommunalaufsicht des Kreises. So auch in Waldweiler, wo Ortsbürgermeister Manfred Rauber seinem Ortsgemeinderat ein Zahlenwerk mit der Summe der Investitionen von 1,315 Millionen Euro für dieses und das nächste Jahr vorgelegt hat. Die neuen Schulden sind in der Liste rot gekennzeichnet: 389 850 Euro in diesem und 294 000 Euro im nächsten Jahr.

Ein Anliegen ist Rauber besonders wichtig: „Wir müssen das Baugebiet erweitern, denn wir können keine Flächen mehr anbieten.“ So stehen allein für eine Machbarkeitsstudie „In den Hanfgärten“ und den Grunderwerb 30 000 Euro bereit. Die Erschließung der Infrastruktur wird im nächsten Jahr 200 000 Euro kosten und im Planjahr 2023 rund eine halbe Million.

Im Rat ist man sich sicher: Der Bedarf ist da. Das bestätigt auch der hauptamtliche Beigeordnete der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, Martin Alten: „Auf VG-Ebene sind annähernd 30 Neubaugebiete am Start.“ Billiges Baugeld lockt. Bis zu 20 neue Grundstücke sind in Waldweiler angepeilt. „Wir dürfen das neue Baugebiet nicht zu klein planen, sonst werden die einzelnen Grundstücke zu teuer“, sagt Rauber. Das Gute an Baugebieten ist, dass die Investition mit dem Verkauf der Grundstücke wieder in die Gemeindekasse zurückfließt.

Ratsmitglied Doris Opitz-Köbernik appelliert, keine landwirtschaftlichen Flächen zu versiegeln und die Leerstände im Ortskern nicht zu vergessen. „Wir sind aber keine Immobilienmakler“, entgegnet der Ortschef darauf.

Erst mal geplant werden, und zwar für 65 000 Euro, muss der Ausbau der Ortsstraße „Auf der Heide“. Dass das hier nötig ist, sieht jeder Laie. Die Ausführung dieses Ausbaus steht mit 345 000 Euro in der Liste fürs nächste Jahr. Von diesem Betrag abgezogen werden Ausbaubeiträge von 287 000 Euro. Derzeit gilt noch der einmalige Ausbaubeitrag für die direkten Anlieger. „Wenn die Genehmigung zum Ausbau vorliegt, werden wir entscheiden, ob der wiederkehrende Beitrag eingeführt werden soll“, kündigt Rauber an. Das bedeutet: Alle Besitzer von bebauten oder bebaubaren Grundstücken müssen sich an den Beiträgen beteiligen. Die Beträge werden aber für die einzelnen Betroffenen wesentlich geringer sein.

Bei der Bekanntgabe einer Eilentscheidung kommt bei Ortschef Rauber so richtig Freude auf: „Die Bepflanzungsaktion der Ortsdurchfahrt im Wert von fast 238 000 Euro kostet die Ortsgemeinde dank vieler Zuschüsse nur rund 24 000 Euro.“ Das Ortsbild werde sich so deutlich verbessern.

Seit Jahren will die Ortsgemeinde Waldweiler auf ihrem Friedhof einen Ruhepark anlegen. Jedes Mal scheiterte das an der Kommunalaufsicht. Jetzt wird die 157 000 Euro-Investition mit 75 000 Euro aus dem Investitionsstock des Landes abgefedert. Damit geht ein Herzenswunsch in Erfüllung. Der Haushaltsplan wurde einstimmig verabschiedet.

Trotz des unausgeglichenen Haushaltes lobt Martin Alten das Zahlenwerk als Investitionen in die Zukunft. Die Auswirkungen von Corona bei den Steuereinnahmen bleiben abzuwarten. Alten appellierte ans Land: „Lasst die Dörfer nicht hängen.“