Palastgarten Trier: Dealer neben Spielplätzen

Kostenpflichtiger Inhalt: Kriminalität : Palastgarten Trier: Dealer neben Spielplätzen

Der Palastgarten gehört zu den beliebtesten Grünflächen Triers. Doch wo Menschen die Sonne genießen und Kinder spielen, wird auch mit Drogen gedealt. Bei Dunkelheit meiden viele den Park.

Der Palastgarten mitten in Trier, Mittwoch, 13.30 Uhr. Alles erscheint ruhig und friedlich. Schulkinder sind auf dem Heimweg, Touristen schießen Fotos vom Kurfürstlichen Palais. Studenten spielen auf der großen Wiese Frisbee, und Freunde treffen sich auf eine Tasse Cappucchino im Café Zeitspung beim Rheinischen Landesmuseum.

Doch die Idylle trügt. Keine 50 Meter von einem Kinderspielplatz entfernt wird laut Polizei zeitweise offen mit Drogen gedealt. Auf dem großen Platz südlich der Kreisverwaltung gibt es  nahe dem Tor zur Weimarer Allee eine eher abgeschiedene Ecke, in der die Polizei am Dienstag bei einer Großrazzia mehrere Dealer verhaftete.

Rutschen, Brücken, Klettertürme: Am Rand des Palastgarten-Komplexes stehen mehrere große Spielgeräte. Foto: Marius Kretschmer

Eine junge Mutter, die anonym bleiben möchte, kommentiert die Situation: „Es ist schon erschreckend, dass ein paar Meter weiter gedealt wird. Aber am Tag fühle ich mich hier nicht unsicher.“ Nachts traue sie sich allerdings nicht allein in den Palastgarten. Zu groß sei die Angst vor einem Überfall.

Der Park galt den Trierer schon vor einigen Jahren als Angstraum, wie die Diplomarbeit der damaligen Geografiestudentin Annika Busch-Geertsema zeigte. Objektive Beweise gab es für spezielle Gefahren zwar keine, denn besonders viele Überfälle wurden dort nicht verzeichnet, wie die Polizei damals bestätigte. Doch Angst ist immer subjektiv. Die schlechte Beleuchtung und die Ungewissheit, ob sich vielleicht etwas in den dunklen Büschen verbirgt, verbreiten bei einigen Menschen Furcht.

Das Schild macht deutlich: Neben Müll und Hunden sind auch Zigaretten, Alkohol und Spritzen verboten. Foto: Marius Kretschmer

Tagsüber sind Parkanlagen idyllisch. Bäume und Hecken spenden Schatten und Ruhe. In der Dunkelheit aber können solche Räume als möglicherweise gefährlich empfunden werden. Nicht nur auf dem freien Platz neben der Kreisverwaltung, sondern ebenfalls zwischen Kurfürstlichem Palais und Kaiserthermen wird es nachts unheimlich. Die hohen, symmetrischen Hecken ragen weit über die Köpfe. Es ist in manchen Bereichen eng, und die Sicht ist schlecht. Allein die große Wiese, die tagsüber zum Sonnen und Verweilen einlädt, erweckt aufgrund ihrer Weitläufigkeit eher kein Gefühl von Gefahr.

Stadt-Pressesprecher Michael Schmitz sagt auf TV-Anfrage: „Illegale Drogenumschlagplätze in der Stadt Trier können nicht geduldet werden. Deshalb begrüßen wir das konsequente Vorgehen der Polizei im Palastgarten und am Bahnhof. Bei Jugendlichen in unseren Einrichtungen gibt es immer einen geringen Anteil, der für jegliche pädagogische Arbeit nicht erreichbar ist. Diese Jugendlichen sind gefährdet, selbst kriminell zu werden oder von erwachsenen Kriminellen angeworben zu werden. Besonders gefährdet sind jugendliche Migranten ohne Bleibeperspektive.“

Auf dem kleinen Ascheplatz kann zum Beispiel Basketball oder Fußball gespielt werden. Foto: Marius Kretschmer

Bürgermeisterin Elvira Garbes will anregen, dass sich der Kriminalpräventive Rat mit diesem Thema beschäftigt. Schmitz: „Das ist das geeignete Gremium, um über mögliche Maßnahmen zu sprechen, weil dort die Experten von Polizei und städtischen Ämtern sowie Jugendeinrichtungen beteiligt sind.“

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