Palaver auf dem Hauptmarkt

Einen psychisch verwirrten Mann haben Beamte des kommunalen Vollzugsdiensts am Mittwoch auf dem Trierer Hauptmarkt festgenommen, gefesselt und abgeführt. Der Mann war den Ordnungshütern bereits aus mehreren anderen Vorfällen bekannt.

Trier. Es war eine seltsame Szene: Mitten in die sommerliche Urlaubs-Atmosphäre auf dem Trierer Hauptmarkt grölte am Mittwochmittag ein junger Mann unzusammenhängende Sätze. Dazu gestikulierte er wild mit den Armen. Passanten verschreckte das wirre Verhalten offenbar so sehr, dass sie die Polizei informierten. Diese leitete den Einsatz an den kommunalen Vollzugsdienst des städtischen Ordnungsamts weiter. Mehrere Vollzugsdienstbeamte griffen den Mann, führten ihn ab und fesselten ihn. Die Hilfspolizisten brachten den Festgenommenen in die Psychiatrie des Mutterhauses. Der verwirrte Mann sei in "bedrohlicher Weise" auf Erwachsene und Kinder zugegangen, erklärte das städtische Presseamt auf TV-Anfrage das Vorgehen. Der Mann ist kein Unbekannter in der Stadt: Häufiger sorgt er auf öffentlichen Plätzen für Aufsehen, weil er wirre Sätze ruft, sich entkleidet, Fahnen schwenkt oder mit Wasser aus Wasserflaschen um sich spritzt. Auch der Vollzugsdienst hat sich bereits mehrfach mit dem Mann befasst. Hintergrund Hilfspolizei: Der kommunale Vollzugsdienst ist angesiedelt beim städtischen Ordnungsamt. Sechs der acht Beamten sind ehemalige Polizisten, auch die beiden anderen haben polizeiliche Zusatzausbildungen. Alle besuchen regelmäßige Fortbildungen bei der Polizei. An die sogenannten Hilfspolizisten leitet die "echte" Polizei kleinere Einsätze zur Sicherung der öffentlichen Ordnung weiter. Dazu gehört explizit auch die "Unterbringung psychisch Kranker nach dem Landesgesetz", wie auf der Internetseite der Stadt Trier nachzulesen ist.