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Panzergranante in Trier-Pfalzel gefunden – Sperrung und Evakuierung​

Munitionsfund aus dem Zweiten Weltkrieg : Trier-Pfalzel: Granate entschärft, Menschen dürfen zurück in ihre Wohnungen

Exakt um 18.31 Uhr wurde die Panzergranate, die am heutigen Dienstagnachmittag in Trier-Pfalzel gefunden worden war, entschärft. Sogar die Schifffahrt auf der Mosel musste zuvor eingestellt werden.

Für das Fundament eines Sonnenschirms hatte ein Mann in Trier-Pfalzel am Dienstagnachmittag Boden im Garten hinter seinem Haus in der Pfalzgrafenstraße ausgehoben. Dabei stieß er auf eine Panzergranate, wie sie im Zweiten Weltkrieg von Panzerkanonen mit einem Kaliber von 8,8 Zentimeter abgeschossen wurden. Die Granate war in etwa so lang wie ein Unterarm. Die Munition stammt wahrscheinlich von der deutschen Wehrmacht.

Der Kampfmittelräumdienst, die Feuerwehr, die Polizei, die Stadt und weitere Hilfskräfte rückten aus. Da die Panzergranate laut Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes nicht transportfähig war, musste sie an ihrem Fundort entschärft werden. Der Zünder der Granate werde dazu mittels einer speziellen Sprengsatzes herausgesprengt. Die Grube, in der die Granate gefunden worden war, wurde für die Sprengung mit dicken Sandsäcken abgedichtet. Trotzdem war ein deutlicher Knall zu hören, als der Kampfmittelräumdienst den an der Granate angebrachten Sprengsatz um 18.31 Uhr zündete.

Die Freiwilligen Feuerwehren aus Ehrang, Pfalzel und Biewer hatten zuvor die angrenzenden Häuser in der Pfalzgrafenstraße, der Sauerzapfstraße und der Straße Am Stadttor evakuiert. Im potenziellen Gefahrenbereich lagen in diesen drei Straßenzügen allerdings nur rund 10 Häuser, darunter mehrere Mehrfamilienhäuser. Genau 64 Menschen seien an diesen Adressen gemeldet. Die Bewohner von sechs bis acht weiteren Häusern durften in ihren Wohnungen bleiben – waren aber angehalten, sich an der von den Gärten abgewandten Seite der Häuser aufzuhalten und sich insbesondere von den Fenstern fernzuhalten. Für Menschen, die Hilfe benötigten beim Verlassen ihrer Wohnungen und nicht wüssten, wo sie sich in der Zwischenzeit aufhalten könnten, wurde gesorgt. Die angrenzende alte Schule wurde als Aufenthaltsort geöffnet.

Die Sicherheitskräfte vor Ort gingen davon aus, dass die Entschärfung rund 30 Minuten dauern werde und die Menschen anschließend wieder in ihre Häuser zurückkehren könnten – und genauso war es dann auch: „Die Granate konnte ohne Probleme entschärft werden, die Menschen anschließend sofort wieder in ihre Häuser zurückkehren, es gab keinerlei Beschädigungen“, meldete Rathaus-Pressesprecher Ernst Mettlach gegen 18.40 Uhr.

 In Trier-Pfalzel ist am Dienstag in einem privaten Garten eine Panzergranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Munition soll noch am gleichen Tag vor Ort gesprengt werden. Sperrungen und Evakuierungen sind dafür notwendig.
In Trier-Pfalzel ist am Dienstag in einem privaten Garten eine Panzergranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Munition soll noch am gleichen Tag vor Ort gesprengt werden. Sperrungen und Evakuierungen sind dafür notwendig. Foto: Presseamt Stadt Trier

Fundstelle der Granate war in Nähe des Moselradwegs auf Höhe der Pfalzgrafenstraße. Auch der Radweg wurde für die Zeit der Sprengung gesperrt. Die Schifffahrt auf der Mosel musste eingestellt werden. Weitere Maßnahmen waren aufgrund der nur geringen Menge Sprengstoff nach Angaben des Kampfmittelräumdienstes nicht erforderlich, teilte die Stadtverwaltung mit.

Um welches Geschoss es sich exakt handelt, ist unbekannt. Granaten der Deutschen Wehrmacht, die aus Panzerkanonen mit einem Kaliber von 8,8 Zentimetern verschossen wurden, dienten generell zur Zerstörung von Panzerfahrzeugen.

Die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehren Ehrang, Biewer und Pfalzel waren mit 30 Kräften vor Ort, die Berufsfeuerwehr mit zehn Mitarbeitern im Einsatz – vor Ort und im Stab in der Hauptfeuerwache. Die Malteser, das Deutsche Rote Kreuz und der Arbeiter- und Samariterbund halfen insbesondere bei der Evakuierung der angrenzenden Häuser.

Panzergranante in Trier-Pfalzel gefunden – Sperrung und Evakuierung​
Foto: Presseamt Stadt Trier

Die Einsatzleitung lag bei der Polizeiinspektion Schweich, die zusammen mit der Polizei Trier mit zehn Polizisten und Polizistinnen vor Ort war. Auch Mitarbeiter der Stadtwerke und des städtischen Ordnungsamts halfen bei dem Einsatz mit aus.