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Parkdeck-Überdachung auf Stelzen

Parkdeck-Überdachung auf Stelzen

TRIER. Jetzt ist es offiziell: Die Triwo AG hat ihre Rücktritts- Option verfallen lassen und den Reichsbahndirektions-Komplex gekauft. Die Trierer Projektentwicklungsgesellschaft hatte dem Kauf von einer Einigung mit den Denkmalbehörden abhängig gemacht. Die wurde nun durch Vermittlung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) möglich.

"Wir haben den Komplex gekauft und stellen nun unser Plan-Konzept fertig", bestätigt Triwo-Chef Peter Adrian auf TV-Anfrage. Wenn es ähnlich zügig mit der Erteilung der Baugenehmigung durch das Rathaus kappt, können im Sommer die Umbauarbeiten an und in der ehemaligen Reichsbahndirektion an der Ecke Christoph- und Balduinstraße starten. Damit bleibt also doch fast alles so, wie der TV am 13. Dezember 2006 berichtete: 15 Millionen Euro will die Triwo in die Wiederbelebung des seit Jahren nur noch teilweise genutzten 320-Räume-Komplexes investieren, der zuvor zum Bundeseisenbahnvermögen gehörte. Entstehen sollen 8500 Quadratmeter moderne Dienstleistungsflächen und in den Dachgeschossen etwa 15 Wohnungen. Baudezernent Peter Dietze hatte das Projekt begrüßt und die Triwo-Pläne als "im Grundsatz genehmigungsfähig" bezeichnet. Allerdings mochte sich das Mainzer Landesamt für Denkmalpflege nicht mit der vorgesehenen Einrichtung eines von der Deworastraße aus zu erreichenden überdachten Parkdecks in den (nicht von außen zu sehenden) Innenhöfen anfreunden. Das rief die ADD als obere Denkmalschutzbehörde auf den Plan, sie fungierte als Vermittlerin. Resultat der Kompromisssuche: Die Stadt (untere Denkmalbehörde) kann in eigener Zuständigkeit entscheiden. Das sieht konkret so aus: Die begehbare Garagendecke in den Höfen darf nicht am Gebäude verankert werden und soll etwa 30 Zentimeter Abstand ("Schattenfuge") zur Fassade wahren. Adrian dazu: "Wir werden die Garagendecke auf separate Stützen stellen." Noch unklar ist , welche Farbe die Fassade künftig haben soll. Laut Stadtdenkmalamts-Chefin Angelika Meyer sollen weitere Untersuchungen Aufschluss bringen. Doch es zeichnet sich ab, dass die Tage des unansehnlichen Graus an der Straßenfront gezählt sind. Eher dürfte das in den Höfen zu sehende Ocker der Maßstab für die künftige Farbgebung sein.