Infrastruktur : Neues Parkhaus für Luxemburg-Pendler

Dauerparker sind im luxemburgischen Grenzort Wasserbillig seit Jahren ein Problem. In der Grand Rue drohen seit Monatsbeginn nun Knöllchen, ab Januar gibt es zudem Anwohnerparken und damit weniger Raum für Auswärtige. Abhilfe soll ein Großprojekt der Bahn schaffen.

Seit Montag und dem Ende der rheinland-pfälzischen Ferien strömen wieder mehr Pendler ins Großherzogtum Luxemburg. Nicht wenige unterbrechen ihre Reise in die Stadt Luxemburg bereits in Wasserbillig, um von dort aus auf den Zug umzusteigen. Die Folge: Bereits ab dem frühen Morgen sind rund um den Bahnhof viele Parkplätze mit Autos aus Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg besetzt. Das ist dem Gemeinderat von Mertert-Wasserbillig schon seit langer Zeit ein Dorn im Auge gewesen. Deshalb wird sich im Ort viel ändern.

Im Vergleich zu dem, was noch kommt, ist die erste Veränderung noch vergleichsweise harmlos: Seit dem 1. August kostet das Parken in der Grand Rue (Hauptstraße) und auf dem Kirchplatz in Wasserbillig Geld. Laut Gemeindeblatt bleibt eine halbe Stunde parken kostenfrei. Kurzzeitparker könnten in dieser Zeit ihre Einkäufe erledigen, schnell zur Bank oder Post gehen. Bleibt man länger, muss man sich an einem der vier Automaten (drei in der Grand Rue und einer auf dem Kirchplatz) einen Parkschein ziehen und gut sichtbar im Auto hinterlegen.

Die Höchstparkdauer beträgt eine Stunde. Dazu sagt Bürgermeister Jérôme Laurent: „Für uns ist das ein erster Schritt, um Parkraum für die Kunden der Geschäfte zu schaffen und die Parksituation ein wenig zu entspannen.“ In der Grand Rue werden insgesamt 25 Parkplätze und auf dem Kirchplatz neun Parkplätze sowie ein Behinderten-Parkplatz zur Verfügung gestellt.

Spätestens zum Jahreswechsel verschlechtert sich die Situation für deutsche Dauerparker dann erneut. In seiner Sitzung vom 5. Juli stimmte der Gemeinderat für die Einführung eines Einwohnerparkens in Wasserbillig. Für 2020 ist geplant, das „Parking résidentiel“ ebenfalls in Mertert einzuführen. Die Folge davon wäre, dass weite Teile des Orts den Anwohnern vorbehalten blieben und für Auswärtige wenig Raum übrig bleibt.

Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: Nach aktueller Planung könnte sich die Gemeinde bis Mitte 2023 in ein Paradies für Dauerparker verwandeln. Denn die luxemburgische Bahn will den kompletten Bahnhofsbereich umkrempeln. Für rund 105 Millionen Euro. Ein bestehendes Gebäude soll abgerissen werden, andere werden modernisiert. Unter anderem sollen Aufzüge den barrierefreien Zugang zu den Zügen ermöglichen, die an den auf 250 Meter verlängerten und auf eine einheitliche Höhe von 55 Zentimetern angepassten Bahnsteigen halten. Diese erhalten eine Markisenüberdachung, die den Fahrgästen während der Wartezeit Schutz bietet.

Auf dem Bahnhofsvorplatz soll ein vierstöckiges Parkhaus für 14,3 Millionen Euro mit Platz für rund 370 Fahrzeugen entstehen (siehe Info). Dazu sagt CFL-Presseprecherin Alessandra Nonnweiler, dass im neuen Gebäude unter anderem zehn Aufladestationen für Elektrofahrzeuge, 100 Fahrradabstellplätze und zehn Carsharing-Plätze entstehen sollen. Zudem gibt es ein begrüntes Dach mit Solarzellen sowie zwei neue  Geschäfte.

Unabhängig von dieser Idee wird weiter der Bau von Pendlerparkplätzen am Grenzübergang an der Autobahn oberhalb von Wasserbillig weiterverfolgt (der TV berichtete). Dort sollen nach dem Ende der Bauarbeiten bis zu 2000 Plätze entstehen.

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