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Parkgebühren in Trier 2017 auf dem Prüfstand

Parkgebühren in Trier 2017 auf dem Prüfstand

In diesen Tagen treibt das Weihnachtsgeschäft viele Menschen in die Innenstädte - auch mit dem Auto. Das Portemonnaie wird je nach Kommune sehr unterschiedlich belastet. Trier steht mit seinen Parkgebühren landesweit an zweiter Stelle.

Gute Nachrichten für Autofahrer und Shoppingfans: Das Parken in den größeren Städten in Rheinland-Pfalz wird im kommenden Jahr nicht teurer. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nichtsdestotrotz gibt es grundsätzliche Kritik, etwa von Seiten des Verkehrsclubs Deutschland in Rheinland-Pfalz. Dessen Vorsitzende, Helga Schmadel, hält Parkgebühren für kontraproduktiv für die Innenstädte. Sie trieben Einkäufer in Einkaufszentren am Stadtrand, wo sie umsonst parken könnten.

In Mainz kostet das Abstellen des Autos auf der Straße derzeit 2 Euro pro Stunde, in Trier 1,60 Euro, in Koblenz 1,50 Euro, in Ludwigshafen 1,50 Euro pro Stunde. In Kaiserslautern ist es 1 Euro für 50 Minuten. In Landau gab es gerade eine Erhöhung - aber mit 60 Cent für eine Stunde liegt die Stadt in der Pfalz dennoch weit unter anderen Orten. Eine Erhöhung sei nicht geplant, teilen die Sprecher der Städte mit. Aus Trier heißt es: "Aktuell ist keine Erhöhung der Parkgebühren bei der SWT Parken GmbH beschlossen. Im Rahmen der für 2017 geplanten Evaluierung des Parkraumkonzeptes wird dies von den kommunalen Gremien zu diskutieren sein."

Die Städte in Rheinland-Pfalz haben ganz unterschiedliche Strategien entwickelt im Umgang mit Parkern. Mainz etwa hat die Parkgebühr für einen ganzen Tag auf 10 Euro begrenzt, „um ein langes Verweilen in der Innenstadt attraktiv zu machen“, wie Stadtsprecher Marc André Glöckner erklärte. In Koblenz hingegen darf maximal zwei Stunden geparkt werden, „damit die Parkstände nicht durch Langzeitparker belegt werden“, wie der dortige Sprecher Thomas Knaak erläuterte. In Landau wiederum gibt es die sogenannte Brötchentaste an Automaten - damit kann ganz kurz kostenlos geparkt werden.

Jede der größeren Städte muss dabei tausende Parkplätze im Blick behalten. Die Stadt Trier geht in einem Parkraumkonzept 2010 von mehr als 10 000 Parkmöglichkeiten in der Innenstadt aus, darunter sieben Parkhäuser und Tiefgaragen, Krankenhaus-Parkplätze und Stellplätze entlang der Straßen. In Koblenz sind es 4599 Stellplätze auf der Straße und 5164 Stellplätze in privat bewirtschafteten Parkhäusern. In Kaiserslautern werden 8500 Plätze bewirtschaftet, in Landau immerhin 2899 Parkplätze.

Oft sind die Parkhäuser - und damit eine Großteil der Stellplätze - also in privater Hand. In Ludwigshafen zum Beispiel betreibt allein die Ludwigshafener Kongress- und Marketing Gesellschaft (Lukom) 2854 Stellplätze. In Mainz gibt es etwa 3000 öffentliche Parkplätze und mehr als 9500 Plätze in Parkhäusern der Parken in Mainz GmbH (PMG) sowie viele weitere in anderen privaten Häusern. Dort sind die Gebühren mit Absicht geringer als auf der Straße - damit soll verhindert werden, dass Autofahrer ewig durch die Stadt fahren auf der Suche nach einem Parkplatz.

Jede Stadt müsse ihr eigenes Rezept finden, sagte Agneta Psczolla, Sprecherin des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz. In Ingelheim zum Beispiel sei die finanzielle Situation „sehr entspannt“, deswegen könne es sich die Stadt leisten, in der ersten Stunde im Parkhaus in der Innenstadt gar keine Gebühr zu verlangen. Bingen wiederum habe gemerkt: Wenn die Gebühren gesenkt werden, steigen die Einnahmen - weil die Parkenden dann eher einen Parkschein lösen.

Eine andere Idee bringt Schmadel vom Verkehrsclub Deutschland auf. Sie setzt sich dafür ein, dass nicht nur Autofahrer beim Einkaufen Vergünstigungen für ihre Parkscheine bekommen. „Es könnte auch Einkaufstaler für Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs und Fahrradfahrer geben.“