Parkplätze zählen mehr als Natur

Zum Artikel "Mehr Stellplätze, mehr Sicherheit" (TV vom 27. August):

Man ist es in Trier ja gewohnt, dass dem motorisierten Individualverkehr und dem daraus folgenden steigenden Bedarf an Parkmöglichkeiten alle anderen Interessen untergeordnet werden. Offensichtlich gelten hier andere Fortbewegungsarten auch für gesunde Menschen als schlicht unzumutbar. So muss auch für einen neuen Parkplatz an der FH Trier ein schönes (aber wohl nicht schützenswertes) Stück Naturwald wieder "dran glauben". Denn wer käme auf die Idee, dass sich die Studenten aus Umwelt- oder Naturschutzgründen nach Alternativen zum Auto (Fahrrad, Bus oder sogar zu Fuß gehen) umsehen könnten und es vielleicht sogar freiwillig täten?

Selbstverständlich wird der vermeintlich kostengünstigeren Lösung (Rodung und Versiegelung von Waldboden) der umweltverträglicheren, aber angeblich teureren Lösung (Neubau des Parkdecks) der Vorrang eingeräumt. Einen guten Vorwand bietet da ja der Sicherheitsaspekt, obwohl das Parkdeck an der FH sicherlich nicht gefährlicher ist als jedes andere Parkhaus und jede andere Tiefgarage in Trier auch.

Wie schon so oft wird die Öffentlichkeit über solcherlei geplante Maßnahmen erst informiert, wenn bereits Tatsachen geschaffen sind oder so unmittelbar bevorstehen, dass jeder Protest zwecklos ist. In diesem Fall war am Tag des Erscheinens des Artikels bereits mit den Rodungsarbeiten begonnen worden. Nach meinen Recherchen ist auch "vorsichtshalber" darauf verzichtet worden, den Nabu (Naturschutzbund) oder den BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) zu beteiligen, obwohl das üblich ist. Schade! Denn schon aus Gründen des Hochwasserschutzes sollte eine Stadt wie Trier auf jede weitere unnötige Oberflächenversiegelung verzichten.

Elisabeth Schander, Trier

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