Parkproblem im Gartenfeld und kein Ende

Parkproblem im Gartenfeld und kein Ende

Der Ortsbeirat Trier-Mitte-Gartenfeld hat erneut über das Dauerproblem Parken im Gartenfeld beraten. Es wurde vereinbart, fraktionsübergreifend ein Positionspapier zu verfassen. Es soll noch vor den Sommerferien an Verwaltung und Stadtrat weitergeleitet werden.

Trier. Zu den ungelösten Trierer Problemen gehört seit Jahren das Parken im Gartenfeld. Die große Abschleppaktion in der Nacht zum Dienstag (siehe Fotos oben) zeigt, wie fatal sich das auswirken kann. Immer mehr Anwohnerautos haben dazu geführt, dass jede verfügbare Fläche - auch an Kreuzungen und auf Bürgersteigen - als Abstellplatz genutzt wird. Hinzu kommen an Wochentagen die Autos von Fremdparkern aus dem Umland. Rund 620 legale und illegale Stellflächen hat die Verwaltung im Viertel gezählt - das ist weniger als die dort ansässigen Autos. Dagegen ein brauchbares Konzept zu schaffen, gleicht der Quadratur des Kreises. Die Ansicht der meisten Anwohner dazu ist eher zwiespältig - einerseits besitzt fast jede Familie im Gartenfeld mindestens ein Auto, das abends möglichst hausnah stehen sollte, andererseits stöhnen alle über die Zustände im Viertel.
In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats erinnerte Ortsvorsteher Dominik Heinrich an das frustrierende Ergebnis einer Einwohnerversammlung im März, bei der die Verwaltung ein Konzept für eine Anwohnerparkzone vorstellte. Heinrich: "Zunächst waren alle begeistert und hofften auf eine Wunderlösung. Als dann aber deutlich wurde, dass Anwohnerparken mit der Beschränkung auf legal mögliche Stellflächen und entsprechenden Kontrollen verbunden ist, war rund die Hälfte wieder dagegen. Am Ende schlug die Verwaltung vor, dann lieber alles bei Status quo zu belassen." Eine Lösung, die zumindest die Grüne Fraktion im Beirat nicht akzeptierte.
Probleme durch Anwohnerkarten


Das Problem bei einer Anwohnerparkzone: Dazu können nur Stellflächen einbezogen werden, die nach der Straßenverkehrsordnung zulässig sind - also keine Bürgersteige oder Einmündungs- und Kreuzungsbereiche. Somit muss im Falle des Anwohnerparkens die Sache vom Ordnungsamt kontrolliert werden. Wo heute die Verwaltung im Gartenfeld noch beide Augen zudrückt, würde dann auch Falschparken auf Gehwegen und in Kreuzungen geahndet. Es gebe also weniger real verfügbare Abstellmöglichkeiten im Gartenfeld.
Um dies zu mildern, schlagen die Grünen dem Ortsbeirat in einem umfangreichen Positionspapier eine "häufigere Überwachung des ruhenden Verkehrs unter Anwendung des Opportunitätsprinzips" vor. Heißt: Bei abendlichen Falschparkern mit grüner Anwohnerkarte im Wagen könnte in harmlosen Fällen weggesehen werden.
Grüne gegen den Rest


Dies lehnen die anderen Beiratsfraktionen ab. Richard Roscheck (CDU): "Gleiches Recht für alle. Es kann dort kein Opportunitätsprinzip geben. Was wird das für ein Aufruhr in anderen Stadtteilen, wo bei Anwohnerparken streng kontrolliert wird."
Nach Tageszeiten oder Wochentagen angepasste Regelungen? Gar nichts ändern? Eine Quartiersgarage auf dem Parkplatz an der Sparkasse bauen? Was ist mit Anwohnern, die ihre Stellplätze auf dem eigenen Grundstück vermieten und selbst auf der Straße parken? Wie steht es mit den zahlreichen Vorgärten, die zu Privatparkplätzen umgewandelt wurden, und vor denen zusätzliche öffentliche Stellplätze verloren gehen?
Die Diskussion im Beirat hat viele Facetten. Die Sache auf den Punkt bringt Wilko Kannenberg vom Stadtplanungsamt, der für Fragen zur Verfügung steht: "Das ist ein unlösbares Problem im Gartenfeld, weil es mehr Anwohner-PKW gibt als Platz dafür." Harten Kontrollen würden da nur böses Blut geben, ohne das Problem zu lösen."
Abschließend wird vereinbart, dass jede Beiratsgruppe zunächst intern ihre Position zum Thema ausarbeitet. Die Ergebnisse sollen dann überfraktionell zu einem Beschluss am 7. Juli zusammengefasst werden, der dann als Antrag an den Stadtrat weitergeleitet wird.Meinung

Bleibt doch wieder alles beim Alten?
"Wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann gründ' ich einen Arbeitskreis." So hat es nun der Ortsbeirat mit dem Problem Anwohnerparken Gartenfeld gehalten. Doch das ist kein Grund, das Gremium mit Häme zu übergießen. Der Entschluss, fraktionsübergreifende Gruppen zu bilden, um einen Antrag an Stadt und Stadtrat zu entwerfen, ist ein weiterer verzweifelter Versuch, das Problem Parkkonzept Gartenfeld in den Griff zu bekommen. Ob dies in absehbarer Zeit gelingt, oder ob alles beim Alten bleibt, darauf können noch Wetten abgeschlossen werden. trier@volksfreund.deExtra

Folgende Anfragen und Vorschläge für das Ortsteilbudget liegen vor: Unterstützung für die Ausstattung des neuen Seniorenbüros an der Christophstraße. Der genaue Bedarf ist noch zu klären. Anschaffung von Außenspielgeräten für das Haus der Kinder. Fahrradbügel neben Kaufhof Ecke Böhmer-/Fleischstraße, Mohrs Gässchen, Ecke Nordallee/Rindertanzstraße, Ausoniuskirche, Berufsbildende Schule. Barrierefreie Sitzbänke an der Haltestelle Simeonstraße. Verschönerung der Gartenfeldbrücke. Ersatzpflanzungen von Bäumen. f.k.

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