Parkverbot für Camper

TRIER. Im Januar haben Norbert und Helga Haag den City-Campingplatz übernommen. Doch viele Besitzer von Wohnwagen und -mobilen nutzen nicht dessen Stellplätze, sondern parken ebenso regelwidrig wie kostenlos auf dem angrenzenden Besucherparkplatz am Messegelände. Haag fordert die Stadt auf, für Ordnung zu sorgen.

Das Gelände an der Luxemburger Straße ist der letzte Campingplatz, der Trier geblieben ist. Eigentümer der zwischen Römer- und Konrad-Adenauer-Brücke liegenden Anlage ist der Ruderverein "Treviris", der einen motivierten Pächter gesucht und in Norbert Haag auch gefunden hatte. Der selbstständige Tischlermeister - "diesen Job werde ich zu Gunsten des Platzes bald aufgeben" - und seine Frau hatten viel zu tun, denn die Anlage war zum Zeitpunkt der Übernahme von einem präsentablen Zustand weit entfernt. Mittlerweile hat sich viel getan. "Trotzdem wird es noch Jahre dauern, bis wir den Platz komplett hergerichtet und modernisiert ist", sagt Haag, der sich dann auch einen Stern für seinen Platz vorstellen könnte. "Doch um dieses Ziel zu erreichen, bin ich auf Einnahmen angewiesen." Und hier gibt es ein Problem, das auf lange Sicht die wirtschaftliche Existenz bedrohen könnte. Denn viele Camper parken ihre Mobile nicht auf Haags Stellflächen, sondern auf dem großen Besucherparkplatz am Messegelände. "Dort stehen manchmal 40 Wagen, und mein Platz bleibt leer." Wirtschafts- und Ordnungsdezernentin Christiane Horsch hatte bereits vor sechs Monaten angekündigt, dass die von Caravan-Besitzern häufig genutzte Parkerlaubnis auf dem Besucherparkplatz aufgehoben werde. "Die Stadt setzt dieses Parkverbot aber nicht durch", sagt Haag. "Man muss die Leute nicht mit Knüppeln wegjagen, aber regelmäßig kontrollieren und deutlich auf das Parkverbot hinweisen." "Wir können dort nicht jeden Tag kontrollieren, werden es aber in unregelmäßigen Abständen tun", sagt Pressesprecher Ralf Frühauf im Namen des zuständigen Straßenverkehrsamtes. "Herr Haag hat natürlich die Möglichkeit der Privatanzeige." Das gefällt dem Pächter überhaupt nicht: "Ich werde mir nicht die Kamera schnappen und Falschparker fotografieren. Die Stadt hat mir beim Start ihre volle Unterstützung zugesagt, doch bis jetzt habe ich davon nichts gemerkt."