Parteien

Zum Bericht "Wenn aus Feinden Freunde werden" (TV vom 4./5. Oktober):

In welchem Hinterzimmer war Frau Wolff, und vor allem, wieso ist sie da reingekommen? Genau das ist nämlich Beleg dafür, dass es eine offene Diskussion zur Frage einer möglichen Zusammenarbeit verschiedener Ratsfraktionen gibt und zu einem frühen Zeitpunkt die Grundlagen einer möglichen Vereinbarung offengelegt werden und zur Diskussion stehen. Man muss das in der Sache nicht gut finden. Aber der Vorwurf, es fehle an Transparenz, ist ebenso unbegründet wie der, dass es um puren Machterhalt oder -gewinn gehe. Dass für die Durchsetzung von Sachinteressen die Besetzung von Schlüsselpositionen sehr hilfreich ist, steht außer Frage, ist ein wesentlicher Bestandteil von Politik und wird von allen Parteien so praktiziert. Demokratie lebt von Meinungsbildungsprozessen. Die objektiv feststellbare Wahrheit gibt es - wenn überhaupt - nur in seltenen Fällen. Bleibt die Frage des persönlichen Machtgewinns: Den aktiven Kommunalpolitikern zu unterstellen, sie würden aufgrund des persönlichen Machterhalts Bündnisse oder dergleichen vereinbaren, entbehrt ebenfalls jeder Grundlage und verkennt völlig, dass das ehrenamtliche Engagement in der Kommunalpolitik sehr zeitintensiv ist und nur geringfügig honoriert wird. Im Ergebnis: Einer akzeptablen Berichterstattung folgt in Teilen eine Kommentierung, die ich in keiner Weise schlüssig finde und deren Bewertung einen Krawalljournalismus offenbart, den ich schlicht niveaulos finde. Bettina Mann, Trier