Pebbles hüpft durchs Hochwälder Outback
Farschweiler · Sie ist nur etwa 60 Zentimeter groß, gerade fünf Monate alt und noch ein wenig schüchtern: Pebbles ist die neue Bewohnerin des Tiergeheges am australischen Restaurant Wallabys bei Farschweiler. Das Besondere an der kleinen Kängurudame: Im Gegensatz zu ihren braunen Artgenossen ist Pebbles schneeweiß.
Farschweiler. Vorsichtig tastet sich Pebbles auf der mit Laub bedeckten Wiese voran und stoppt vor einem Stück Möhre, das ihr Claudia Patzschke zugeworfen hat. Mit den Vorderläufen greift das weiße Känguru nach der orangefarbenen Scheibe und hüpft dann schnell wieder von dannen.
Pebbles ist ein Wallaby, ein australisches Kleinkänguru. Das erst fünf Monate alte Tier ist der neueste Bewohner im Gehege neben der Erlebnisgastronomie "Wallabys" bei Farschweiler. Patzschke hat die Kleine einem befreundeten Züchterpaar abgekauft. "Ich hatte die Idee schon vor zwei Jahren, musste aber noch etwas sparen", erzählt die 31-Jährige, die seit 2007 das auf australische Gerichte spezialisierte Restaurant betreibt. Zwischen 1600 und 2000 Euro koste ein Wallaby, sagt Patzschke.
Neben dem Neuzugang besitzt die Tierfreundin noch drei weitere Kleinkängurus. Anders als ihre braunen Artgenossen hat Pebbles jedoch weißes Fell - Ursache dafür ist ein genetischer Defekt. "Albinos sollen vom Wesen her ein bisschen anders sein", meint Patzschke. Sie freue sich sehr darauf, die kleine Kängurudame großzuziehen. "Damit können wir natürlich auch unseren Gästen etwas Neues bieten. Weiße Wallabys sind recht selten", sagt Patzschke. Sie habe extra ein Weibchen gekauft - damit es vielleicht irgendwann schneeweißen Nachwuchs gibt. "Die Chancen dafür liegen aber nur bei 20 Prozent."
Gefüttert werden Pebbles und ihre braunen Gefährten mit Möhren, Salat, Haferflocken und Heupellets. Ab und zu gibt es auch ein paar Weintrauben. "Aber nicht zu viele, wegen des Fruchtzuckers", sagt Patzschke, die sich ihr Wissen über die Wallabys zu einem großen Teil selbst angeeignet hat. Papiere oder eine Genehmigung braucht sie für die Haltung der Tiere nicht. Hat sie Fragen, wendet sie sich an Experten im Landauer Zoo, wo sie vor einigen Jahren ein Praktikum gemacht hat.
Pebbles habe sich im neuen Domizil gut eingelebt, auch wenn sie noch ein wenig scheu sei, glaubt Patzschke. Normalerweise teilen sich die Kängurus ein Gehege mit zwei australischen Laufvögeln, sogenannten Emus. Zurzeit sind diese aber durch einen Zaun von den Wallabys getrennt. "Sie sind kurz davor, Eier zu legen", erklärt die Besitzerin. "Dann sind sie sehr aggressiv." Wenn alles gut gehe, könne es im März nächsten Jahres Emu-Nachwuchs geben. Für 2014 überlegt Patzschke, für die Kängurus ein kleines separates Gehege anzulegen. "Dann könnten wir auch wieder Besucher und vor allem Kinder hin-einlassen."
Besucher können das kleine weiße Kleinkänguru, seine braunen Gefährten und die Emus während der Öffnungszeiten des Restaurants Wallabys bestaunen. Das Gelände rund um die Grillhütte in Farschweiler ist dienstags bis freitags ab 16 Uhr, samstags ab 14 Uhr und am Sonn- und Feiertag von 11 bis 21 Uhr geöffnet.Extra
Das Känguru ist das Nationalsymbol von Australien und das bekannteste Tier des fünften Kontinents. Wallabys sind die kleineren Geschwister der großen Kängurus. Sie erreichen eine Größe von 23 bis 85 Zentimetern, und ihr Gewicht liegt bei etwa 20 Kilo.Wallabys besitzen genau wie alle anderen Kängurus einen langen Schwanz, graues oder braunes Fell, einen runden Hinterleib und kräftige Hinterbeine. Das Fell ist meist braun oder grau gefärbt, bei einigen Arten sind Streifen am Rücken oder im Gesicht oder andere Musterungen vorhanden. Übrigens: "Pebble" heißt auf Deutsch Kieselstein. red