Verkehr: Pendler-Radroute Konz-Trier-Schweich: Komfortabler mit dem Velo zur Arbeit

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Die Pendler-Radroute Konz-Trier-Schweich führt hauptsächlich über den Moselradweg. Das Land ist beim Ausbau äußerst großzügig.

Die geplante Pendler-Radroute (PRR) von Konz bis Schweich über Trier nimmt Formen an. Nachdem in einer Machbarkeitsstudie drei Alternativstrecken untersucht wurden (der TV berichtete), besteht nun Konsens über den Streckenverlauf (siehe Grafik).

Die 25 Kilometer lange Route mit den Endpunkten Bahnhof Konz und Bahnhof Schweich verläuft ausschließlich auf bestehenden Radwegen oder auf kombinierten Rad- und Gehwegen (siehe Info). Insgesamt fördert das Land sieben Pendlerrouten in Rheinland-Pfalz. Die Strecke Mainz-Bingen wird derzeit als erste realisiert.

Pendlerroute. Foto: TV/Schmitz, Alexandra

Den Ausbau – angestrebt wird eine Trassenbreite von drei Metern und eine Trennung des Rad- und Fußverkehrs, wo es möglich ist – unterstützt Mainz mit 90 Prozent der Kosten. Die Kommunen können zusätzliche Fördermittel beantragen. Die Umsetzung soll so zügig wie möglich erfolgen. Der Bauausschuss der Stadt Schweich hat kürzlich als erstes Gremium dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie zugestimmt.

Die Situation in Trier: Triers Baudezernent Andreas Ludwig hat die Fraktionen des Stadtrats im Arbeitskreis Radverkehr über das Vorhaben informiert. Bis Jahresende sollen nach Mitteilung von Stadtsprecher Ralph Kießling Maßnahmen für verschiedene Streckenabschnitte und Knotenpunkte festgelegt und mit einer Kostenschätzung versehen werden. Der Trierer Stadtrat befasst sich am 26. September mit dem Moselradweg. Angestrebt wird eine Verbesserung des Zustands zwischen Kaiser-Wilhelm-Brücke und Konrad-Adenauer-Brücke. Da die Förderkriterien des Landes eine durchgängige Strecke vorsähen, sei eine Gabelung in Richtung Ruwer nicht möglich, so Kießling. Diese würde nicht bezuschusst werden.

Die Situation in Konz: Die Stadt Konz überprüfe derzeit die Routenvorschläge der Machbarkeitsstudie, sagt Pressesprecher Michael Naunheim. Zudem finde eine Beurteilung der Vorschläge in straßenverkehrsrechtlicher Hinsicht statt, da die Route stellenweise über hochbelastete Verkehrsbereiche führe. Da die Konzer Radpendler viele weitere Strecken befahren, etwa über die Konzer Eisenbahnbrücke in den Trierer Westen, werde der Radverkehr unter Berücksichtigung der Vorschlagsvarianten auf das Konzer Stadtgebiet untersucht.

Die Pendler-Radroute führt unter anderem durch das Baugebiet Ermesgraben in Schweich und am Trierer Krahnenufer vorbei. Foto: Albert Follmann

Die Situation in Schweich: Die Streckenführung in Schweich wurde von einigen Mitgliedern des Bauausschusses kritisiert. Insbesondere die Nutzung von Wegen im Baugebiet Ermesgraben, unmittelbar vorbei an einem großen Spielplatz und unweit eines Kindergartens und eines Altenheims, war umstritten. Karl Heinz Feye (SPD): „Das kann zu gefährlichen Situationen führen. Da sollte man Radfahrer nicht bevorrechtigt durchschießen lassen.” Johannes Lehnert (FWG) sieht auch Konfliktpotenzial auf dem Moselradweg: „Zur Rush-Hour ist dort einiges los.”

Marc Kuhn vom Landesbetrieb Mobilität Trier (LBM) bemerkte, es handele sich nicht um einen Radschnellweg, sondern um einen Komfort-Radweg. Die Nutzer seien auch ein Stück weit selbst verantwortlich, dass es geordnet zugehe. Kuhn: „Wir können nicht jeden Angst-Raum eliminieren. Der Radfahrer sucht sich wie der Autofahrer den kürzesten Weg. Wenn wir ihn zwingen, Umwege zu fahren oder öfter abzusteigen, wird er die Route nicht annehmen.”

Marie-Louise Conen, die täglich mit dem Rad von Konz-Könen nach Trier pendelt, begrüßt die neue Radroute. Ihr Wunsch wäre allerdings: „Fußgänger und Hunde-Gassi-Geher sollten besser aufgeklärt werden. Sie sind vor allem im Winter für Radfahrer oft sehr spät zu erkennen. Reflektierende Westen oder Leinen würden helfen.”

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