Per Aufzug ins Notfallzentrum

Per Aufzug ins Notfallzentrum

Ab September sollen Rettungsflieger beim Brüderkrankenhaus in 32 Metern Höhe landen, per Aufzug geht es für die Patienten ins Notfallzentrum. Die Bauarbeiten sollen kommende Woche beginnen.

Trier. Aus Wittlich, dem Eifelkreis oder auch aus Luxemburg können sie kommen: Die Rettungshubschrauber mit ihren oft polytraumatisierten Patienten, die das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder anfliegen. 350 bis 400 sind es pro Jahr. Bislang müssen sie rund 500 Meter vom Notfallzentrum entfernt auf einer Wiese landen. Dies entspricht jedoch nicht mehr den EU-Richtlinien: "Ein Hubschrauberlandeplatz muss von drei Seiten und im flachen Winkel anfliegbar sein", sagt der Leitende Ministerialrat Lothar Fleck.

Für den alten Landeplatz habe das Krankenhaus eine Übergangsgenehmigung erhalten. Der neue werde 3,6 Millionen Euro kosten, das Land stelle Fördermittel in Höhe von drei Millionen Euro bereit. Für die restlichen Kosten komme der Träger auf. "Auch das Mutterhaus der Borromäerinnen baut zur Zeit einen Hubschrauberlandeplatz auf dem Erweiterungsbau.

Beide Landeplätze sind für Trier notwendig, denn die Anflugfrequenz ist bei beiden Häusern hoch", betont Fleck. Andreas Latz, Geschäftsführer von Barmherzige Brüder Trier e.V., kündigt an: "32 Meter über uns werden voraussichtlich ab dem kommenden September die Rettungshubschrauber landen und starten - und helfen, wo Sekunden über Leben und Tod entscheiden."

Die neue Start- und Landeplattform werde die notfallmedizinische Versorgung polytraumatisierter Patienten wesentlich verbessern: Entscheidend sei, wie schnell Patienten im Krankenhaus weiterversorgt werden könnten. "Vor allem für Patienten mit Kopfverletzungen, die in der Neurochirurgie versorgt werden müssen, gibt es keine Alternative."

Die neue Plattform werde einen Durchmesser von 28 Metern und eine Tragkraft von sechs Tonnen haben. Die Dächer des Hauses seien aus statischen Gründen nicht infrage gekommen. Ein Lärmgutachten prognostiziere eine Verringerung der Belastung.

Die Konstruktion aus vier einen Meter dicken Stahlstützen mit Aufzugsturm werde einem Monument gleichen, kündigt Architekt Tom Naujack an. Die Durchfahrt für Feuerwehr und Rettungswagen bleibt erhalten, die direkte Wegeführung zwischen Nordallee und Haupteingang ist für den Bauzeitraum gesperrt.