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Per Räuberleiter zum Notausstieg

Per Räuberleiter zum Notausstieg

TRIER. (QO) Kommt man durch Drängeln wirklich schneller in einen Bus? Was bedeuten eigentlich all die Piktogramme? Diese und viele andere Fragen bekamen FWG-Schüler in der "Bus-Schule" beantwortet.

"Wir haben gelernt, wie man sich im Bus verhält und Unfälle vermeidet", sagt Sebastian (10), als er aus der Theoriestunde von Bärbel Volk, Mitarbeiterin der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, kommt. "Wir sollen uns an der Haltestelle nicht prügeln, und den Ranzen sollen wir unter uns stellen", ergänzt sein gleichaltriger Mitschüler Daniel. "Und wir sollen im Bus nicht essen und trinken." "Kapuzen auf, wir gehen!", lautet das Kommando von Lehrer Ottmar Mengelkoch. Gemeinsam mit Referendarin Susanne Schuster treffen sich die Fünftklässler an der Bushaltestelle mit Bustrainer Albert Hohr vor den Stadtwerken. Sie sehen, was der Tonne "Paulinchen" passiert, wenn sie zu nah am Straßenrand steht: Der Bus rammt sie. Später saust "Paulinchen" durch den fahrenden Bus nach vorn - Demonstration einer Vollbremsung mit 20 Stundenkilometern. Das Fahrtempo hatten die Jungen und Mädchen völlig überschätzt. "Ihr würdet in der Windschutzscheibe landen, wenn ihr euch nicht festhaltet", warnt Albert Hohr. Auch die vielen Piktogramme im Bus werden unter die Lupe genommen, der Notausstieg und die Türentriegelung per Räuberleiter ausprobiert. Was tun, wenn beispielsweise ein Betrunkener im Bus ein Kind belästigt? "Ich sage das dem Busfahrer", weiß ein Junge. Erik (11) darf auf dem Fahrersitz Platz nehmen: Die zehn Schüler im toten Winkel draußen kann er tatsächlich nicht sehen. Weniger Unfälle, weniger Sachbeschädigungen am Bus und mehr Kinder, die gelernt haben, worauf es ankommt - das möchten die Unfallkasse Rheinland-Pfalz, die Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft mbH (RMV) und die Stadtwerke Trier mit der Bus-Schule erreichen. "Die Vollbremsung fanden wir beeindruckend", sind sich Vincent und Leonie (beide 11) einig. "Die Busfahrt war klasse!", ist Eriks Fazit.