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Personalfragen bestimmten Arbeit des Verbandsgemeinderats Ruwer

Kommunalwahl : Das hatten sich alle anders vorgestellt: Bilanz des VG-Rats Ruwer

Der TV blickt zurück auf die Arbeit des Verbandsgemeinderats Ruwer in der zu Ende gehenden Wahlperiode.

Die Ausgangslage ist 2014 vergleichsweise gut. Die von den Ortsgemeinden an die Verbandsgemeinde Ruwer zu zahlende Umlage ist relativ gering. Beim Abwasser sind die Hausaufgaben gemacht, die Ausrüstung der Feuerwehr ist gut.

Doch einen ersten Riss erhält die Ruwertaler Idylle in der konstituierenden Sitzung des Verbandsgemeinderats 2014, als der CDU-Bewerber für das Amt des ersten Beigeordneten durchfällt und stattdessen Karl-Heinrich Ewald (SPD) erster Stellvertreter von Bürgermeister Bernhard Busch (damals FWG) wird. Zweiter Beigeordneter wird Josef Kruft (FWG). Die CDU als stärkste Fraktion geht leer aus.

Wer nun an eine neue Mehrheit gegen die CDU glaubt, der hat sich getäuscht. Meist hat die unausgesprochene Koalition von CDU und FWG die Nase vor der Opposition aus SPD und Grünen.

Dieser anfängliche Paukenschlag ist im Vergleich mit dem, was später kommt, nur eine Randepisode. Denn im Sommer 2015 zeigt ein Mitarbeiter der Verwaltung den Bürgermeister wegen Unregelmäßigkeiten unter anderem bei den Fahrtkosten an. Trotz eines Disziplinarverfahrens und einer Verurteilung wegen Betrugs bleibt der inzwischen zur FDP gewechselte Busch im Amt. Weder der Verbandsgemeinderat noch die Kreisverwaltung Trier-Saarburg als Disziplinarbehörde unternehmen irgendwelche Anstrengungen, den Behördenchef von seinen Dienstgeschäften abzuhalten.

Erst nach langer Krankheit und der darauf folgenden Dienstunfähigkeit Buschs ist der Weg frei für die Wahl von Stephanie Nickels Ende 2017 zur neuen Bürgermeisterin. Diese muss nach eigener Aussage erst einmal die Verwaltung auf Vordermann bringen. Sie hat auch einige Projekte übernommen, deren Umsetzung sich seit Jahren hinzieht. So machen zwar die Feuerwehren aus Gusterath und Pluwig schon seit 2017 gemeinsame Sache. Der schon damals geforderte und versprochene Bau eines genügend großen Feuerwehrgerätehauses scheint ein Jahrhundertprojekt zu werden.

Noch länger wird über den Bau einer neuen Grundschule in Osburg debattiert. Ungezählt sind die Stunden, die der Rat damit verbrachte, sich über die Ausrichtung des Gebäudes oder die Baumethode Gedanken zu machen. Einen Termin für die Bauarbeiten kann derzeit niemand nennen.

 Logo_Kommunalwahl_2019
Logo_Kommunalwahl_2019 Foto: TV/Lambrecht, Jana

Auch bei der Ruwertalschule in Waldrach fällt einer Mehrheit im Rat eher spät ein, dass die Grundschule nicht generalsaniert, sondern neu gebaut werden soll. Da hat der für die auf dem Gelände befindliche Realschule plus zuständige Landkreis bereits längst mit den Planungen begonnen.