PERSONALIEN

Zur Berichterstattung über die Abfindung für Triers Theaterintendant Karl Sibelius und die bevorstehende Abwahl von Dezernent Thomas Egger:

Nachdem der TV dankenswerterweise im Rahmen seiner Korrektur die Entgeltstruktur von Dezernent Thomas Egger richtiggestellt hat, lässt sich auch für den Laien unschwer ausrechnen, was das Abenteuer Sibelius wohl den Steuerzahler kosten wird. Da ist zunächst einmal die vertragsgemäße Gehaltsfortzahlung an Herrn Sibelius, je nach Vertragslaufzeit drei oder fünf Jahre. Bei einer geschätzten jährlichen "Gage" von rund 120 000 Euro wäre dies eine Summe von mindestens 300 000 Euro, eine halbe Million wäre nicht verwunderlich. Vermuten wir mal, dass Herr Sibelius großzügig auf Geltendmachung von Ansprüchen wegen Rufschädigung verzichten wird, wenn man ihm eine halbe Million Euro zahlt. Dumm gelaufen, aber abgehakt. Sollte es aber in Folge der Causa Sibelius auch zu einer Abwahl von Herrn Egger kommen, dann kommen nochmals etwa 400 000 Euro an Herrn Egger zusammen. Dazu noch Rechtskosten, und die eine Million ist voll. Der eigentliche Skandal, der aus der Meldung hervorgeht, besteht für mich aber in der Tatsache, dass ein 45-Jähriger bereits nach sechs bis sieben Jahren Amtszeit als gewählter Beigeordneter einen monatlichen Rentenanspruch von 2300 Euro erwerben kann. Diese Rente wird fällig, egal, ob weiter gearbeitet wird oder nicht. In Rente ab Mitte 40! Der Höchstsatz der Rente für einen "normalen" Angestellten liegt aktuell unter diesen Bezügen. "Normalo" kassiert auch erst ab 65. Die Voraussetzung für die Erlangung dieses Höchstsatzes von etwa 2200 Euro ist allerdings die ununterbrochene Überschreitung der Beitragsbemessungsgrenze, was wohl kaum auf mehr als ein Prozent aller Beschäftigten zutreffen dürfte. Ein bis Mitte 45 arbeitender Beigeordneter bekommt also bis zum Erreichen der Altersgrenze von 65 vermutlich deutlich mehr Rente, als über 90 Prozent aller Angestellten ab 65 bis zu ihrem Lebensende erhalten. Es sind nicht zuletzt diese skandalösen Selbstbedienungsgelüste unserer Politiker und politiknahen Berufe selbst im Fall eines totalen Versagens, die zunehmend mehr Menschen in die Arme sogenannter Populisten treiben. Joachim Sels, Ralingen