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Perspektiven für junge Migranten werden schlechter

Perspektiven für junge Migranten werden schlechter

Der Jugendmigrationsdienst (JMD) feiert sein 25-jähriges Bestehen. Seit 1989 begleiten die Mitarbeiter junge Migranten im Alter von zwölf bis 27 Jahren. Die aktuell steigende Zahl der Flüchtlinge stellt den Dienst vor neue Herausforderungen.

Trier. Etwa jeder Vierte der unter 25-Jährigen in Rheinland Pfalz hat einen Migrationshintergrund. Die Gesellschaft wird bunter. Die neu ankommenden jungen Migranten zu beraten und zu begleiten, ist Aufgabe des Jugendmigrationsdienstes (JMD) des Caritasverbandes in Trier, der nun seit 25 Jahren aktiv ist.
Bernd Klettern, Direktor des Caritasverbandes Trier, würdigte die Arbeit der fünf Mitarbeiter des JMD bei der Jubiläumsfeier: "Sie leisten eine tolle Aufgabe, die begleitet wird von Kreativität, Improvisation und viel, viel Herzblut."
Mehr junge Flüchtlinge


In letzter Zeit sind es vor allem junge EU-Bürger und Flüchtlinge, die die Beratungsstellen in Trier und Saarburg aufsuchen. Reinhold Bittner, Abteilungsleiter Soziale Dienste II im Caritasverband Trier, bestätigt dies: "Wir verzeichnen aktuell einen hohen Zulauf an jungen Flüchtlingen. In der Erstaufnahmeeinrichtung in der Dasbachstraße kommen an jedem Abend bis zu 130 Menschen an. Angesichts dieser Flut muss dringend etwas passieren."
Eine große Herausforderung sieht Thomas Zuche, seit 13 Jahren Mitarbeiter des JMD in Saarburg, vor allem für Flüchtlinge im ländlichen Raum. "Die Flüchtlinge sind in den Dörfern schlecht eingebunden, ihnen fehlt die Mobilität. Um möglichst viele von ihnen zu erreichen, fahren wir natürlich auch raus und gehen direkt zu den Menschen. Wir sind aber an der Grenze und benötigen mehr Berater und Psychologen", macht Zuche die schwierige Situation deutlich.
Caritasdirektor Bernd Klettern wird konkret: "Die Migrationsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland ist unterfinanziert." Er fordert eine Milliarde Euro, die zusätzlich in das System fließen müsse.
In den vergangenen 25 Jahren haben die Mitarbeiter des JMD, ehemals Jugendgemeinschaftswerke, einigen Tausend jungen Menschen mit Migrationsgeschichte bei der Eingliederung in die Gesellschaft geholfen. Schlüssel der Integration ist vor allem die Sprachförderung der Migranten und die Hilfe beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf. JMD-Mitarbeiterin Katharina Moik: "Wir haben es meist mit hoch motivierten jungen Menschen zu tun. Es kommen viele Jugendliche, die wissen wohin. Sie fragen nur nach dem Weg."
Trotzdem haben es junge Migranten gerade bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz schwer. In Rheinland Pfalz fehlen Ausbildungsstellen, die Zahl der erfolglos Suchenden steigt. Das sagt auch Mona Granato vom Bundesinstitut für Berufsbildung: "Es gibt ein Ausgrenzungsproblem gegenüber Bewerbern mit Migrationshintergrund. Besonders Menschen türkischer und arabischer Herkunft haben auf dem Arbeitsmarkt schlechte Chancen." sli