"Pfalzel der Zukunft" wird gestaltet

PFALZEL. Um das "Pfalzel der Zukunft" geht es in den kommenden Monaten im Pfalzeler Pfarrheim. Die Bürger erarbeiten in Workshops den Stadtteilrahmenplan für ihren Ort. Die Auftaktveranstaltung allerdings stieß auf relativ geringes Interesse.

Der Stadtvorstand bis auf die dienstlich verhinderte Wirtschaftsdezernentin, nahezu der gesamte Ortsbeirat und eine bedauerlich kleine Zahl engagierter, interessierter und arbeitswilliger Bürger hatten sich im Pfarrheim Pfalzel zur Auftaktveranstaltung "Stadtteilrahmenplan und Pfalzel" eingefunden. Kein Wunder, dass sich Toni Loosen-Bach und Jens Richardsen als die zuständigen Ansprechpartner beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik nach der Veranstaltung einige Sorgen um die Weiterarbeit machten. "Mit gerade mal zehn Bürgern können wir kaum ein schlüssiges Konzept erarbeiten", bedauerte Loosen-Bach und appelliert vor allem "an junge Familien und die Generation der 30- bis 50-Jährigen", zum nächsten Treffen am Freitag, 17. Oktober, 17 Uhr, ins Pfarrheim zu kommen. Dort können Bürgerinnen und Bürger dann das tun, wozu sie sonst eher weniger Möglichkeiten haben. "Sie sollen sich aktiv an der zukünftigen Entwicklung Ihres Stadtteils beteiligen", erläuterte Oberbürgermeister Helmut Schröer das Ziel des Bürgergutachtens. Es wird der 13. Rahmenplan, der seit 1997 erarbeitet wird. Am Auftaktabend galt es zunächst, die Stärken und Schwächen des Stadtteils herauszufinden. Dabei nutzten Moderator Christian Muschwitz und die Mitarbeiter vom Planungs-Institut Taurus an der Uni Trier erstmals die "Kärtchen-Methode". Alle Besucher wurden aufgefordert, auf grüne Karten die Vorzüge, auf rote die Nachteile des Stadtteils zu schreiben. Daraus ergab sich, dass die Pfalzeler an ihrem Heimatort vor allem den historischen Ortskern, die ruhige Atmosphäre, dörfliche Strukturen, gute Anbindung und das positive Sozialgefüge schätzen. Erwarteter Hauptschwachpunkt ist das Fehlen eines Lebensmittelmarktes. Als weitere Mängel nannten die Teilnehmer das Fehlen eines zweiten Arztes, von Bauplätzen und eines geeigneten Treffpunktes für Jugendliche, den schlechten Zustand der Straßen, Lärm und schlechte Luft ("Wir sind umzingelt von Schnellstraßen und Industrie"), die Überfremdung, die zum sozialen Problem werden könnte, das Abwasserproblem ("Bei jedem stärkeren Regen stehen hier die Straßen unter Wasser") sowie den schlechten Zustand von Ortseinfahrten und Grünflächen. Kaum waren die Plus- und Minuspunkte an den Pinwänden angeheftet, da entwickelte sich ein reger Austausch. Einige Bürger wollten die Chance nutzen, die Mitglieder des Stadtvorstands persönlich und direkt ansprechen zu können. Derartige Diskussionen, so informierte Toni Loosen-Bach, können und sollen in den Arbeitsgruppen geführt werden, deren Schwerpunkte und Themen sich die zum Mitmachen bereiten Pfalzeler nun selber wählen. Ideen und Vorstellungen sind zunächst keine Grenzen gesetzt, "wobei wir natürlich nicht in jedem Stadtteil ein Bürgerhaus bauen können", so OB Schröer. Vielleicht aber gibt es in etwa einem halben Jahr bei der Präsentation des Bürgergutachtens schon konkrete Pläne, wie ein Lebensmittelmarkt nach Pfalzel "gelockt" werden könnte.