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Pfalzeler Amtshaus bleibt ein Streitfall

Pfalzeler Amtshaus bleibt ein Streitfall

Die Aufträge zur Renovierung des Trier-Pfalzeler Amtshauses sind vergeben. Fenster, großes Tor und Putz sollen bald in neuem Glanz erstrahlen - soweit der Erfolg. Zwischen Ortsbeirat und Stadtverwaltung gibt es jedoch weiter Streit um die Finanzierung der Instandhaltung des alten Pfalzeler Repräsentativsitzes. Der Zustand des Gebäudes ist ein klassisches Beispiel für Bauverfall in Trier.

Trier-Pfalzel. Vereinssitz, Repräsentativgebäude und Veranstaltungssaal: Die Pfalzeler sind seit Jahren bemüht, ihr altes Schmuckstück wieder in Schuss zu bringen. Die Renovierung kommt nun in Gang, die Finanzierung scheint jedoch nach wie vor ungeklärt. Zur Instandsetzung des Amtshauses haben die Pfalzeler freiwillige Mithilfe angeboten und nahezu ein komplettes Ortsteilbudget zur Verfügung gestellt.
Einige Arbeiten sollen finanziell aus Sicht der Pfalzeler jedoch von der Stadtverwaltung übernommen werden. Der Beirat beruft sich dabei auf eine mündliche Zusage bei einer Begehung sowie eine E-Mail aus dem Jahr 2015, die dem Trierischen Volksfreund vorliegt. Dem Beirat hätte eine Mitarbeiterin Mittel aus der städtischen Kasse 2015 zugesichert (der TV berichtete). In der E-Mail heißt es: "Wir haben gemeinsam unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten folgende Instandsetzungsmaßnahmen besprochen." Der Ortsbeirat solle mitteilen, welches zur Verfügung stehende Geld für was verwendet werde. Der Putz an der Fassade entlang der Residenzstraße werde "vom Amt 65 in Teilen saniert", die Materialkosten für den Anstrich übernommen und die Holztore von einem Schreiner denkmalpflegerisch aufgearbeitet.
Stadtratsmitglied Andreas Schleimer (SPD) fordert, dass das Amt diese Kosten eben einplanen müsse, und will sich im Rahmen der Haushaltsverhandlungen mit Ortsvorsteherin und Stadtratsmitglied Margret Pfeiffer-Erdel (FWG) dafür einsetzen.
Die Renovierung des Amtshauses ist eng verstrickt mit der Aufteilung des alten und neuen Ortsteilbudgets. Das noch übrige Geld aus 2016 muss in diesem Jahr verwendet werden und ist für die Arbeiten am Amtshaus voll eingeplant. Durch die Berufung auf die Zusagen aus der E-Mail hat der Rat allerdings beschlossen, seine Mittel für 2017/18 größtenteils anderweitig einzuplanen. Lediglich knapp 3000 Euro wurden zur Amtshausrenovierung im neuen Ortsteilbudget bereitgestellt.
Das renovierungsbedürftige Pfalzeler Amtshaus steht beispielhaft für den Renovierungsstau bei gleichzeitig leeren Kassen in Trier. Frank Simons, Leiter des Amtes für Gebäudewirtschaft, warb im Sommer dafür, aus dem Amtshaus langfristig ein Sanierungsprojekt zu machen. Der Ortsbeirat drängte hingegen auf sofortige Maßnahmen.
Enttäuscht zeigen sich die Pfalzeler allerdings hauptsächlich über kommunikative Probleme und den großen Zeitverlust. Im Sommer räumte Simons Personalprobleme beim Amt für Gebäudewirtschaft ein, betonte allerdings zugleich: Es fehle eine fünfstellige, fast sechsstellige Zahl für eine ordentliche Sanierung des Amtshauses. Allerdings gebe es auch andere Projekte. Durch den Verzicht auf Bauunterhaltung in den letzten 40 Jahren sei ein großer Instandhaltungsstau entstanden.
Indes sollen dieser Tage die Reparaturarbeiten an den Fenstern im Amtshaus beginnen. sebi
Extra

Ein Vorschlag der SPD-Fraktion zur Aufteilung des Ortsteilbudgets 2017/18 traf bei den Ratsmitgliedern auf breite Zustimmung. Demnach soll ein Großteil des Geldes für die alte Schmiede (10 000 Euro), die Förderung der Jugendarbeit (8500 Euro) und die Förderung von Kultur und Sport (fast 8000 Euro) verwendet werden. Kleinere Beträge investiert der Rat unter anderem in die Anschaffung von "Belloboxen" für die Wallmauer, die Installation von Hochbeeten im Stadtteil sowie eine Mikro-Anlage für das Amtshaus. sebi