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Pfalzeler Recyclingfirma darf weiterarbeiten

Pfalzeler Recyclingfirma darf weiterarbeiten

Die Maschinen der Pfalzeler Recyclingfirma Eu-Rec sind am Montagmorgen, 7.45 Uhr, wieder angelaufen. Die Wiederaufbereitungsanlage hatte nach einem Betriebsverbot durch die Aufsichtsbehörde SGD Nord seit dem 3. Juli stillgestanden. Die Firma hat mittlerweile Filter eingebaut, die den Gestank der Abluft eliminieren sollen.

Trier-Pfalzel. 50 000 Kubikmeter Abluft bläst die Wiederaufbereitungsanlage der Recyclingfirma Eu-Rec pro Stunde durch den Kamin. Damit diese im benachbarten Stadtteil Pfalzel nicht weiter für Geruchsbelästigungen sorgt, hat Firmenchef Willi Streit in den vergangenen Wochen große Aktivkohlefilter in den Kamin eingebaut.
Am 10. August soll zusätzlich ein Ionisationsfilter installiert werden (siehe Extra). Außerdem sei die gesamte Anlage gereinigt und alle Produktionsabläufe seien überprüft worden, sagt Streit.

Die Aufsichtsbehörde SGD Nord hat die Reinigungsarbeiten und den Filtereinbau in den vergangenen Wochen überwacht und genehmigt. Weil von der Eu-Rec immer wieder heftiger Gestank nach Pfalzel waberte, hatte die SGD Nord der Firma zunächst verboten, weiter Folien aus der Gelben-Sack-Sammlung zu verarbeiten und am 3. Juli den Betrieb komplett stillgelegt (der TV berichtete mehrfach). Da die Recyclingfirma die Auflagen der SGD Nord zur Emissionsminderung mittlerweile erfüllt habe, sei "aktuell die Betriebsstilllegung ausgesetzt", teilte die Behörde am Montagvormittag mit.Filtertechnik mindert Emissionen


Es sei davon auszugehen, dass die neue Filtertechnik "schon jetzt die Einhaltung des Grenzwerts für die Geruchsemissionen sicherstellt und so ein Schutz der Bewohner vor unzumutbaren Geruchsbelästigungen gewährleistet ist", erklärt die Behörde.
Dass die neue Filtertechnik tatsächlich funktioniert, werde durch "Dauerbeobachtungen" überprüft und sichergestellt, versicherte SGD-Nord Sprecherin Sandra Hansen-Spurzem.

Der Grenzwert liegt bei 500 Geruchseinheiten (GE) pro Kubikmeter Abluft. Im Frühjahr waren bei einer Überprüfung direkt am Schornstein 2000 Geruchseinheiten gemessen worden. Die Herstellerfirma des Ionisationsfilters garantiert, dass der Wert mit der neuen Filteranlage auf 300 GE gesenkt werden kann. Sollten trotzdem neue Grenzwertüberschreitungen festgestellt werden, muss die Anlage laut SGD Nord den Betrieb wieder einstellen. Auch das Trierer Gesundheitsamt hat der Wiederinbetriebnahme der Eu-Rec-Anlage zugestimmt. Gesundheitsamtschef Harald Michels hatte im Juni die Stilllegung der Anlage empfohlen.

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In die neuen Aktivkohlefilter und die Ionisierungsanlage investiert Firmeninhaber Willi Streit nach eigenen Angaben 210 000 Euro. Seit November habe die Firma insgesamt rund 1,35 Millionen Euro in die Verbesserung der Anlage gesteckt. Die mehrwöchige Stilllegung habe den Betrieb zusätzlich einen hohen sechsstelligen Betrag gekostet. In Schieflage sei die Firma dadurch nicht geraten, sagt Streit. "Mein Dank gilt da unseren 35 Mitarbeitern, die voll hinter uns stehen und zum Beispiel während der Betriebsstilllegung kurzfristig Urlaub genommen haben, und unserer Hausbank, die ebenfalls volles Vertrauen in uns hat", sagt Streit. wocExtra

Der Ionisationsfilter, der zusätzlich zu den neuen Aktivkohlefiltern im August in die Produktionsanlage eingebaut werden soll, lädt die Abluft elektrisch auf. Die Ionen reagieren dann mit den organischen Geruchspartikeln und bauen diese ab. Eingesetzt werden solche Ionisierungsanlagen beispielsweise auch zur Luftreinigung in Schlachtereien und Mastbetrieben. Ionisiert werden soll die Abluft der Eu-Rec laut Geschäftsführer Willi Streit nicht nur direkt im Kamin, sondern an mehreren Stellen der Anlage, direkt an den verschiedenen Produktionsschritten. woc