Pfarreien lernen sich kennen

TRIER-WEST. Einige Dutzend Menschen sitzen gemütlich bei Kaffee und Kuchen zusammen, es duftet nach frischen Waffeln. Bald wird zum Vespergottesdienst in die Pfarrkirche Christkönig geladen, mit dem der erste Trierer Dekanatstag zu Ende geht.

Im geräumigen Pfarrsaal von Christkönig informiert das Bistum Trier über die bolivischen Kleinproduzenten in der Diözese Potosí, die am heutigen Dekanatstag unterstützt werden sollen, sowie über das Caritas-Projekt "Soziale Stadt" in Trier-West. Am Stand vom Eine-Welt-Laden können Kaffee, Honig und Schokolade aus fairem Handel erworben werden. "Das Spannende war, den sozialen Brennpunkt einzubeziehen und ins Blickfeld zu rücken", sagt Ludwig Kuhn, der mit Dekanatsreferent Klaus Röder den Dekanatstag vorbereitet hat. Dieser begann in der Marienstiftskirche in Pfalzel mit einem Wortgottesdienst und führte über Biewer und Pallien bis nach Trier-West. "Die Idee war, dass sich die Pfarreien untereinander kennen lernen", erklärt Ludwig Kuhn. Die geplanten Radtouren, vorbei an Zewen-Oberkirch, mussten wegen des schlechten Wetters abgesagt werden; dennoch ist die Dekanatsratsvorsitzende Monika Krönig mit dem Verlauf des Dekanatstages recht zufrieden. "In der Biewerer Kirche wurde das Gemeindeleben und die Kinder und Jugendarbeit vorgestellt. Die Messdiener waren sehr rege", sagt sie lächelnd. "Es wurde uns erklärt, dass der Patron Jakobus auch ‚Sohn des Donners' genannt wurde - das passt doch gut zu den Biewerern." In Pallien sei man von der alten Pfarrkirche sehr beeindruckt gewesen. "Sie wurde mit ganz einfachen Mitteln erbaut, und man hängt sehr daran, sie zu erhalten." Eine Null hätte sie sich gern hinter der Zahl der Teilnehmenden gewünscht. "Petrus hat wohl Segen mit Regen verwechselt", meint sie lachend. Dennoch wird bereits für den nächsten Dekanatstag geplant: In ein oder zwei Jahren soll er stattfinden, in einem anderen Teil des großen Dekanats Trier. Anwohner Harald Meyer ist mit seinem dreijährigen Sohn Robin im Pfarrsaal erschienen. Ihm hat es heute gut gefallen. "Meine Mutter und meine Schwester engagieren sich in der Pfarrei", sagt er. "Der Spielebus hier ist eine tolle Sache. Da gibt es jede Menge Fahrzeuge, Kicker, für jeden etwas. Der Dekanatstag hätte noch mehr Werbung gebrauchen können!"